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homeless welcome – oder die Verlogenheit der guten Menschen

 

Es ist November 2018, und ich stolpere über eine Dokumentation auf youtube.

 

Eigentlich ist das Jahr egal, es könnte genauso gut 2015 oder 2019 sein. Meine Ausführungen würden sich nicht ändern. Doch zum Punkt.

 

Das Projekt

Es geht um ein meiner Ansicht nach ehrenwertes Projekt. Ein Mann baut kleine 3,2-Quadratmeter kleine Holzhüttchen für Obdachlose. Die Nachfrage ist riesig, die Schwierigkeiten indes groß. Neben der physischen und psychischen Belastung des Mannes stehen weitere Hürden an, die es zu meistern gilt.

Wie finanziert man ein solches Projekt? Wie wählt man aus der Masse der Obdachlosen jene aus, die ein Haus verdienen? Nicht alle können eines bekommen. Es gibt, selbst ohne neu hinzugekommene „Flüchtlinge“,  Tausende.

Haus? Nein.

Verschlag. Wohnbox. Schuppen. Aus Sperrholz denke ich.

 

Ein Haus macht noch keine Zukunft

Zudem müssen die Obdachlosen begleitet werden, man will sie ja langfristig von der Straße weg in ein geordnetes Leben zurückführen.

Das scheitert oft.

Es ist nicht damit getan, ihnen ein Haus zu schenken. Um in ein selbstgestaltetes Dasein mit Job, Wohnung etc. zu wechseln, reicht das Haus meist nicht aus. Zu tief sitzen die Narben der Vergangenheit.

Zudem kann die Stadt die gütig zugewiesenen Plätze für die Hütten z.B. unter Brücken auch wieder einziehen, wenn die Wohnstätten vermüllt werden oder dadurch ganze Lager entstehen.

 

Zwischenfazit

Ein Projekt mit Vorbildcharakter, Hilfe für die Ärmsten der Gesellschaft, der Versuch einer Perspektive für die gefallenen Seelen. Ganzheitlich, auf ein selbstbestimmtes Dasein ausgerichtet.

Finanziert durch Spenden und den Schweiß Einzelner. Nicht etwa durch den Staat bezahlt.

 

Wie bigott sind wir eigentlich?

Jeden Tag fahre ich auf dem Nachhauseweg von der Arbeit an zwei Asylbewerberheimen vorbei. Eines ist komplett neu gebaut worden. Das andere wurde in einen alten Getränkemarkt eingebaut, Vollrenovierung, alles neu eingerichtet.

Die meisten Familien dort haben eigentlich alles.

Eine kleine moderne Wohnung. Einen kleinen Garten mit Zaun und Rasen oder einen Balkon. Sonnenschirme, Grillgeräte, Spielzeug für die Kinder, Fahrräder, Fernsehen, möblierte Zimmer, hübsch und neu gestaltet, selbst mit Dekoration.

Die Kinder gehen in den Kindergarten oder zur Schule, sie müssen sich keine Sorgen machen wenn sie krank sind, denn auch der Arzt ist für sie kostenlos.

Viele Deutsche schenken ihnen aus Überzeugung Dinge wie z.B. CD-Player, Fernseher oder anderes.

Ich kenne diese zugewanderten Leute teilweise. Ich mag sie – unsere Kinder spielen zusammen. Wir kommen gut miteinander aus. Freundlichkeit ist nicht nur ein Wort.

 

Der Dorn in meinem Auge

Doch ich komme nicht umhin, diese inakzeptable, grausame Diskrepanz zu erkennen. Diese Verlogenheit und Heuchelei der guten Menschen, die einen zu hätscheln und die andern hilflos hängen zu lassen.

Diese Zweiklassengesellschaft der Bedürftigen, wenn sie denn wirklich welche sind. Die Wertlosigkeit der ursprünglichen Bevölkerung, die Vergötterung der Fremden.

Die einen, die nie eingezahlt haben in diesen Staat und die völlig fremd sind, bekommen alles. Manchen von Ihnen ist Dankbarkeit und Anpassung zudem fremd. Manche treten unsere Freundlichkeit mit Füßen. Oder Schlimmeres.

Und dann die anderen: Die einheimischen Menschen, die in Armut gerutscht sind, die manchmal Jahre lang der Gesellschaft gedient haben, Beiträge in das Sozialsystem gezahlt haben, die manchmal alles verloren haben.

Sie spielen die zweite Geige.

Diese Menschen, aus dem gleichen Volk, die mir näher sein sollten, weil sie nicht Fremde sind, sondern Mitglieder der Gesellschaft, die mit uns mehr oder minder Sprache, Kultur und Mentalität teilen. Wenn sie extremes Glück haben, kauern sie sich in eine Hütte, bei weniger Glück erfrieren sie draußen, jeden Winter geschieht es.

 

Wie viele Jahre

Und ihr schaut zu.

Seit Jahrzehnten hat niemand von euch ganze Häuserblocks für Obdachlose gebaut. Nichtmal für Holzhütten hat es gereicht, denn die hätte man von all den Milliarden der „Flüchtlingskrise“ zu tausenden bauen können. Hat jemand von euch auch nur einmal für Frank Zander gespendet? Ihm geholfen?

Wie viele Jahre sterben sie schon da draußen in der Kälte? Ist ihr Tod im Frost weniger wert, als im Mittelmeer zu ertinken?

 

Wo seid ihr guten Menschen all die Jahre gewesen?

Ihr, die ihr euch ständig moralisch erhöht und herabblickt auf mich, der es wagt, Kritik zu üben.

Wie viele Obdachlose habt ihr mit Teddybären am Bahnhof empfangen auf ihrer Betteltour und  ihnen danach Häuser gebaut? Spenden gesammelt? Zu Tausenden? Geschenke gesammelt, sie versucht in Arbeit zu bringen? Bürgschaften für sie aufgenommen? Bundeswehrsoldaten für sie aus ihren Kasernen in Zelte verbannt?

 

Wo bist du, SPD, wo bist du, Linke,

diese soziale Ungerechtigkeit anzuprangern? Den Armen im eigenen Land ein menschenwürdiges Dasein zu verschaffen? Den Eigenen beizustehen, bevor man anderen hilft? Wie eigentlich definiert ihr eure „Humanität“, die nur für manche gilt?

Habt ihr genausoviele Milliaren in die Hand genommen für die Rente wie ihr „Flüchtlingshilfe gezahlt habt , damit Menschen im Alter nicht in Armut enden?  Habt ihr, statt Milliarden für Fremde auszugeben, erst die Eigenen versorgt?

Wo war denn euer „homeless welcome“? Wo seid ihr all die Jahre gewesen?

 

Ich höre nur dröhnendes Schweigen.

Ihr widert mich an.

 

Ihr sagt, alle Menschen sind gleich. Indes: Ich fühle, einige sind gleicher.

Nachtrag: Ein recht satirisches Format welches aber den Kern trifft findet sich hier:

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