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Meine Tochter will Zöpfe

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Heute morgen kam meine kleine Tochter freudestrahlend ins Wohnzimmer. Wir mussten die Augen schließen und durften sie erst öffnen, nachdem meine Tochter das Kommando dazu gab. Stolz zeigte sie, dass sie sich für den Kindergarten selbst ein Kleid herausgesucht und angezogen hatte.

Danach bat sie meine Frau, ihr doch „Elsa-Zöpfe zu machen“. Um den unerfahrenen Leser aufzuklären: Elsa ist eine Eisprinzessin mit hellblonden geflochtenen Haaren. Schon so eher der nordische Typus, muss man sagen. Vielleicht ein bißchen zu „privileged white“?  Ich bin da etwas verunsichert.

Vielleicht sagen wir lieber im Kindergarten, „die Zöpfe hat die Uroma auch so getragen“. Obwohl: Die kommt aus Schlesien. Das könnte verdächtig sein. Habe ich Schlesien gesagt? Polen, ich meinte natürlich Polen.

Gut, mit Handarbeiten haben wir noch nicht angefangen. Nur mit Basteln und so. Aber das machen die ja im Kindergarten auch mit den Kindern, das kann doch nicht… Oder ob das zählt?

Aber zu Fuß ist sie dann schon zum Kindergarten gegangen heute, ich musste ja früher mit dem Auto weg zur Arbeit. Wenn auch nicht mehr als 1,5 km. Hm.

Was mir aber schon Sorgen macht: Eigentlich wollte meine Tochter bei mir Kampfkunst erlernen, sagte sie. Aber da kommt vielleicht schon etwas der Verdacht auf, das würde körperlichem Drill nahe kommen. Das sehen auch die Nachbarn im Garten, wenn wir trainieren. Ist ja auch eher so eine Männersache, die aus veralteten Rollenbildern kommt, das mit dem Kämpfen, meine ich. Anderseits, wenn meine Tochter das lernt, was sonst nur Männer gemacht haben, ist das ja… wie heißt das doch gleich – gendergerecht, glaube ich.

Ich bin mir da unsicher, ob ich das nicht lassen sollte.

Naja, und das Nachbarskind spricht kein deutsch. Immernochnicht. Meine Tochter meinte mal zu mir, „es wäre schwierig mir ihr zu spielen, sie verstände halt nichts“. Ich sollte sie wohl dazu anhalten, nicht über das Thema zu sprechen. Habe ich immernochnicht gesagt? Ich meinte, die haben es halt sehr schwer hier in Deutschland, da muss man tolerant sein.

 

Nicht dass die Kindergärtnerinnen denken, wir wären

Nazis.

Das will ja keiner.

 

Anmerkung am Rande: Das Thema mit den Nazieltern ist ja nicht neu, wie man hier sieht…

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