Die Wegwerfgesellschaft des Lebens

 

Ich höre diese Stimmen in meinem Kopf. Immer wieder. Sie surren und summen die ganze Zeit.

Meistens sind sie von denen, die man als politisch links bezeichnen könnte:

„Wir haben zu wenig Geburten. Wir brauchen Migranten für unsere Rentenkasse und um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Wir bekommen Menschen geschenkt, und diese sind wertvoller als Gold. Menschenrechte gelten für alle Menschen, niemand darf diskriminiert werden. Wir haben globale Verantwortung für die Leidgeprüften der Welt, ihnen ein adäquates Leben zu ermöglichen. Sie sterben auf dem Mittelmeer und wir sind schuldig, wir sind moralisch verpflichtet, diese Menschen zu retten. Wir halten einen Gedenkgottesdienst für ertrunkene Migranten ab oder steigen in ein symbolisches Flüchtlingsboot. Wir trauern um ein totes Kind am Strand der Türkei. Frauen und Kinder benötigen besonders unseren Schutz.“ Letzteres wurde gerade explizit im Migrations- und Flüchtlingspakt beschlossen.

Im Dezember hat sich der Bundeskongress der Jusos mehrheitlich darauf geeinigt, die vollständige Legalisierung der Abtreibung im gesamten Schwangerschaftszeitraum, also bis zum 9 Monat oder mehr (d.h. bis einen Tag vor der natürlichen Geburt) zu befürworten. Ein gutes Video hierzu findet sich am Ende des Textes von Hyperion.

Der überwiegende Teil der Jusos vor Ort hat sich somit für die ersatzlose Streichung der Paragraphen 218 und 219 StGB ausgesprochen und zudem die Übernahme der Kosten für die Schwangerschaftsabbrüche durch die Krankenkassen gewünscht. Das impliziert, dass die Tötung des Ungeborenen bis einen Tag vor der natürlichen Geburt straf- und kostenfrei bleiben soll.

 

Warum?

Begründet wurde diese Entscheidung mit dem sexuellen Selbstbestimmungsrecht der Frau und auch damit, dass das Kind im Mutterleib vor der Geburt noch keine Rechte hätte. Es wurde von einer Rednerin sogar gefordert, dass Ärzte verpflichtet sein müssten, diesen Eingriff vorzunehmen, da es quasi „zum Job gehören würde“.

Auch parteipolitische Erwägungen, man dürfe dem politischen Gegner nicht in die Hände spielen, als auch der Vorwurf des Fundamentalismus, wenn man diesen Antrag nicht mittragen würde, waren zu hören. Sogar die „pathetische Rhetorik“ der kritischen Rednerinnen wurde als verwerflich angeführt. Es wurde schnell klar, die Damen bei den Jusos sollen und müssen „auf Linie“ sein.

Fairerweise gab es auch andere Stimmen in der Partei. Eine davon, eine Rednerin, malte ein Bild: Ein eigentlich lebensfähiges Kind wird dem Mutterleib entnommen, um zu sterben. Aber es will nicht. Es liegt auf dem Operationstisch und will nicht sterben, will atmen und leben. Der Arzt muss nach dem Willen der Jusos zur Tat schreiten, ob er will oder nicht.

Halten wir uns vor Augen: Es haben schon Frühchen überlebt und sind zu gesunden erwachsenen Menschen herangediehen, die in der 25. Woche geboren wurden. Und es gibt viele Fälle wo dies noch früher der Fall war!

 

Tatsachen

„Zur Tat schreiten“ schreibe ich.

Auf der einen Seite ist dies eine Verniedlichung des grausamen Aktes. Auf der anderen Seite ist es passend: Für mich stellt dieses Vorgehen ein Verbrechen, einen Mord dar, auch wenn er juristisch, wie von einer Rednerin zurechtgelegt, nicht als solcher gilt.

Sie sagte mit Bezug auf die Ungeborenen vor der Entbindung:„…Die haben einfach vorher kein Recht“ und „die Menschenrechte gelten erstmal für die Frau und dann für alle anderen“. Und: „…wir müssen für die Lebenden, für die Frauen, für ihre Selbstbestimmung einstehen und nicht für irgendwelche Ungeborenen“. Wie arrogant, kalt und emotionslos kann man eigentlich sein, um soetwas zu äußern? Diese Frau würde alles für ihre eigene Ideologie opfern möchte man meinen.

Für mich als Vater sind diese Worte, besonders von einer Frau, unfassbar grausam. Sie verstören mich und berühren mich emotional noch Tage später aufs Heftigste.

Erstens: Diese kleinen Menschen leben, auch wenn sie noch nicht geboren wurden. Haben sie schon Persönlichkeit? Nehmen sie den Tötungsakt bewußt war? Wie kann diese Frau sagen, man müßte sich um die Lebenden kümmern und damit die Frau meinen, wo doch dieses Kind im Mutterleib natürlich lebendig ist, und nicht nur die Frau, die es austrägt!?

Zweitens: Diese Kinder haben nach Aussage vieler Jusos noch kein „Recht“. Doch haben sie. Recht ist nichts, was dir ein Staat oder Mensch gibt oder nicht, du hast es, auch vor der Geburt, denke ich. Der Staat kann dein Recht nur durchsetzen, nicht aber es dir verleihen. Ist es ethisch vertretbar, so zu handeln, nur weil ich vom Gesetz gedeckt bin? Wenn das so wäre, dann hätten in der Nazizeit viele Menschen keine Schuld auf sich geladen. Ist es das, was wir wollen?

Und einer wird völlig vergessen: Der MANN.

Vielleicht möchte er das Baby? Der Mann spielt aber keine Rolle, vor seinen Augen wird (im übertragenen Sinne) sein Nachwuchs getötet und er kann nichts tun. Er hat noch weniger Recht als das Ungeborene, denn er kommt in der Betrachtung der Jusos eigentlich gar nicht vor. Er wird völlig übergangen, bevormundet, sein Leben völlig fremdbestimmt. Er darf, genau wie das Kind, keine lebensbejahende Entscheidung treffen. Obwohl zum Zeugungsakt immer zwei gehören. Er wird defeminisiert oder deemanzipiziert quasi, wenn es so etwas gibt.

 

Feminismus heute

Feminismus bei den meisten Jusos bedeutet den puren, ungezügelten Egoismus der Frau, das Kind als Eigentum zu verwalten und als Sache zu sehen, Kind und Mann völlig zu entrechten.

Wie wäre es denn, dem Kind auch moralisch Rechte zuzuweisen und es wenigstens auszutragen und zur Adoption freizugeben? Wie wäre es, den Mann zu fragen, ob er das Kind aufziehen will und die 9 Monate Schwangerschaft „durchzuziehen“? Auch etwas für andere zu tun, statt ausschließlich für sich selbst? Interessant ist auch, dass hier ein lebender Mensch mit seiner Entscheidung zwei andere Lebenwesen dominiert, schädigt und auch seelisch wie körperlich tötet. Wenn das Feminismus ist, dann will ich ihn nicht.

 

Unsere Gesellschaft muss sich wandeln

Was sind wir nur für eine pathogene, unmoralische Gesellschaft geworden, die solche Menschen „produziert“. Menschen, die bei solchen Rednerinnen auch noch laut Beifall klatschen.

Diese himmelschreiende Diskrepanz zwischen „wir importieren uns Menschen“ und „wir töten sie, wenn es uns passt“, fällt sie denn niemandem auf? Diese Nähe zu Kinder-Euthanasie? Diese Vergötterung von Migration auf der einen Seite, um die Bevölkerungen Europas stabil zu halten, auf der anderen diese Wegwerfgesellschaft für Leben?

Als würde man über Laborratten sprechen oder eine alte Socke, die man in den Müll wirft.

Eine Gesellschaft, die solches kritik- und widerstandlos hinnimmt und nicht beachtet, ist krank. Sie ist in ihren Grundfesten moralisch verfault. Sie behandelt Leben wie eine Überflussware, die man bedenkenlos und selbstverständlich entsorgen darf ohne eine ethische oder moralische Verantwortung zu übernehmen.

Wenn die westlichen Gesellschaften überleben wollen, müssen sie damit beginnen, ihre eigene gewachsene Wertestruktur wiederzuentdecken.

 

Hier das sehr gute Video von Hyperion

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