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Der singende Führer

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Heute Nacht habe ich den Führer gesehen

Er sang und er sprach auf einer Bühne

Wohl wußte er rechtschaffen und stolz zu stehen

Da packt´s mich, oh Schuld und oh Sühne!

 

Von der Fehlung der Führer da sprach er

Und von den da wachenden Massen

und seine Stimme die kreischte bald sehr

dass sein Wort´ kaum mehr zu erfassen

 

Die Tonalität, sie war mir bekannt

Und auch der Inhalt der Phrasen

Das Publikum lauschte ihm völlig gebannt

Und reckte jubelnd die Nasen

 

Wie unsere Gesellschaft so sein sollt´

Dies müßten sie all´ nun diktieren

Dass er keinen Milimeter nach rechts wollt´

Dazu mußt er Worte verlieren

 

Und alle, sie jubelten, klatschten,

Ei seht´,  was für ein feiner Mann

Dem wollen wir all´ gerne folgen

der den rechten Arm so schön heben kann

 

Im Schweiße wach ich auf

Wie verrückt war dieser böse Traum!

Und sein ach so altbekannter Lauf

Doch – sicher passiert´s heute kaum

 

Sicher, wir sind alle gut

So tolerant, rechtschaffen, fein

Und dennoch fröstle ich  – und Blut

Klebt an der Bettdeck´ rein

 

P.S. Ein jeder denke darüber nach, warum ich obiges Beitragsbild gewählt habe und was besonders die letzte Zeile aussagt.

 

Wer es verpasst hat:

 

 

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