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Dictatorship coming: Asch, Milgram und Meuthen und was sie für uns bedeuten

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Ein Artikel in der Welt als Einstieg in die Thematik

Vor kurzem las ich einen Artikel auf welt online. Alles drehte sich um ein Foto von Hans Joachim Mendig von Ende Juli, dem Leiter der hessischen Filmförderung, der bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch mit AfD-Chef Meuthen zu sehen war.

Moment. Ich sollte besser Ex-Leiter sagen, denn der Aufsichtsrat beschloss nach Angaben des Hessischen Kunstministeriums am Dienstag in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden.

Die Kunstministerin Angela Dorn von den Grünen hatte als Vorsitzende des Aufsichtsrats am vergangenen Freitag die Sitzung organisiert, nachdem der Druck auf Mendig z.B. über die Kommentare der Schauspielerin Iris Berben, Jasmin Tabatabai und Jurymitglieder der Filmförderung signifikant gestiegen war.

Meuthen selbst hatte das Gespräch mit Mendig wie folgt kommentiert und gepostet: „Sehr angeregter und konstruktiver politischer Gedankenaustausch heute in Frankfurt“. Der O-Ton der Welt dazu: „Ein einziges Foto hat alles verändert.“

 

germany in a nutshell

Bevor ich richtig einsteige: Diese beiden letzten Sätze sind kennzeichnend für die aktuelle Situation in Deutschland.

Zum ersten: Ein „angeregter politischer Gedankenaustausch“ kann alles bedeuten.

Sehen wir das mal aus Mendigs Sicht. Dies reicht von „Geil, den Meuthen und seine Partei wähle ich“ bishin zu „was für ein Idiot, aber ich verpacke es gesellschaftlich mal höflich und tragfähig, dass ich die Dinge anders sehe als er“. Aus Meuthens Sicht kann das ebenfalls bedeuten: „Der geht so garnicht mit mir mit, schade“ bishin zu “der vertritt die Ansicht der AfD ganz ordentlich“.

Weiß man halt nicht.

Zweiter Punkt: Gesagt hat Herr Mendig ja nichts dazu und er hatte offensichtlich keine Scheu, sich öffentlich mit jemandem von der AfD zu zeigen bzw. das Foto zu posten.

„Naives Dummerchen“, möchte man sagen. Weißt du denn nicht, was die Stunde geschlagen hat?

 

Ersteinmal die Fakten.

AfD-Mitglieder sind offensichtlich Pariah. Sich mit Ihnen zu treffen, sich zu mit Ihnen zu zeigen oder mit Ihnen zu sprechen führt zum sozialen Ausstoß über den Jobverlust aus der Gemeinschaft der guten Menschen. Es ist egal, was Herr Mendig denkt, ob er eine gute Arbeit abliefert, was er sonst so sagt etc..

Ein Foto zerstört die soziale Existenz über öffentliche Ächtung und Entzug der wirtschaftlichen Lebensgrundlage. Es wird ein gut sichtbares Exempel statuiert: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sonst…“.

Jemand, also Kollegen, Politiker oder Teile der Gesellschaft begeben sich in eine Mutterrolle und diktieren wie Gesellschaft zu sein hat. Grönemeyer ist nicht Theorie, er ist Praxis. Da wird auch nicht das Gespräch gesucht mit dem Angeklagten, das Urteil steht bereits fest.

Freie Meinungsäußerung? Freie politische Wahlmöglichkeit? Was ist eigentlich mit Artikel 3 und 5 des Grundgesetzes? Sie wissen gar nicht, was da steht? Dann lesen sie mal schnell nach.

Zusammenfassend in Kürze: „Scheiß´ doch auf das Grundgesetz“, das gilt nur für die Menschen, die wie die Lemminge das tun, was Ihnen der medial-politische Komplex eintrichtert.

Das ist übrigens nicht, wie immer beschworen wird, die liberale Gesellschaft, sondern eine ganz autoritäre Gesinnungsdiktatur. Ich erinnere kurz daran, dass die AfD per demokratischer Wahl zur drittstärksten politischen Kraft in Deutschland geworden ist. 15 % der deutschen Wähler müssen also Angst haben, sich öffentlich zu Ihrer politischen Meinung zu bekennen – es könnte ihre gesellschaftliche Vernichtung bedeuten.

 

Geschichte wiederholt sich?

Jetzt könnte man meinen, so etwas würde einen an dunkelste Zeiten deutscher Geschichte erinnern, namentlich die DDR und das Nazi-Gedöns. Aber weit gefehlt, wie uns der Moderator am Anfang des Kommentarbereiches belehrt:

„Welt community moderator

Liebe Leserinnen, liebe Leser, bitte diskutieren Sie sachlich. Insbesondere abstruse historische Vergleiche mögen unterbleiben. Ihre Moderation“

Achso, kritisieren darf ich das also auch nicht so, wie ich will. Kritik ist also nur in einem vorgegebenen Rahmen der Welt-Redakteure möglich, was also nicht zwingend deckungsgleich mit dem Spielraum ist, den mir eigentlich die deutschen Gesetze eröffnen.

Werde ich dann gelöscht, liebe Welt, wenn ich nicht brav bin? Aber eine Zensur findet ja nicht statt.

 

Die Kommentare:

Glücklicherweise haben das auch viele der Kommentatoren begriffen. Einige aber auch nicht. Die Verharren im NPC-Getippe des „der Nazi ist selber Schuld, das hat er nun davon“.

Bei manchen Kommentaren weiß man nicht, ob es ernst gemeint ist oder eher Ironie darstellt. Ein kleiner Auszug, bevor ich zum Knackpunkt des Textes komme.

„Richtig so! Jemand, der sich mit dem Vorsitzenden einer Partei trifft, die Rechtsextreme beherbergt und insgesamt rechtsradikalem Gedankengut ein zu Hause gibt, kann nicht Chef der Filmförderung sein! Nicht auszudenken, wenn rechtsradikale Filme auch noch durch unsere Steuern gefördert werden! Danke an die Verantwortlichen, die so schnell gehandelt haben!

„Demokratisch gewählt ist die AfD, aber sie ist (zu) weit rechts, radikal und undemokratisch. Dafür steht Herr Meuthen“.

„Das ist mehr ein arbeitsrechtliches als ein politisches Problem. Jeder zumindest auf einer höher dotierten Stelle kennt die nötigen Verpflichtungen und Loyalitätsfragen. Dann muss man einfach vorher nachdenken, was man so anstellt. Privat kann er sich nun mir den Blauen und Braunen treffen, so oft er will. Die Demokratie ist überhaupt nicht infrage gestellt.“

Und der schönste Kommentar zum Schluß:

„Hier wird eine einzelne, individuelle Person (Hans-Joachim Mending) aufgrund einer einzelnen individuellen Handlung beurteilt. Diese Beurteilung fällt negativ aus, was entsprechende Konsequenzen für diese individuelle Person hat. Es ist also NICHT zu vergleichen mit der Diskriminierung, die die AfD generell gegenüber ausländischen Personen trifft. Wenn der Leiter einer Organisation, die viele internationale Kontakte hat und benötigt, sich fremdenfeindlich äußert, und auch ein Treffen mit einer bekannten fremdenfeindlichen Person ist so eine Meinungsäußerung, dann ist diese Person nicht für den Posten geeignet und wird entlassen. Eigentlich völlig verständlich und weder ist die Demokratie in Deutschland gefährdet, noch handelt es sich um Hetze oder Diskriminierung nur aufgrund von Hautfarbe, Religion oder Staatsangehörigkeit, wie es die AfD praktiziert.“

Ich lasse das mal unkommentiert so stehen.

 

Viel zu oft

Was hier passiert, haben wir schon sooft gesehen in den letzten Jahren. Es begann mit Eva Herrmanns, ging über Thilo Sarrazin und setzt sich beim einfachen kleinen Mann auf der Straße fort. Weihnachtsmänner dürfen die IB nicht loben ohne ihres Amtes enthoben zu werden, AfD-Mitglieder sollen aus den Gewerkschaften entfernt werden, Restaurants und Kinos schließen AfD-Mitglieder aus, in Hamburg wurde eine Klausel für Lehrer gestrichen, in denen sie versichern sollten, nicht der AfD anzugehören. Goggeln sie das jetzt ausnahmsweise mal selbst.

 

Meine These:

Ich stelle jetzt eine These auf, die ich auch in einem späteren Video vertiefen werde:

 

Aus einem objektiven Blickwinkel heraus steht dieses Ereignis für eine Vielzahl ähnlicher Vorgänge, die, gemessen an unseren historischen Erfahrungen, offensichtlich in die Diktatur führen werden. Die Masse, und dies ist der Kern des Textes heute, trägt dies entweder aktiv durch Diskriminierung  oder passiv durch Lethargie und Duldung mit.

 

Die Frage ist, warum jemand, der klaren Verstandes ist, dies mitträgt und dabei tatsächlich glaubt, das Richtige zu tun.

Die Frage ist auch, warum die Menschen die Selbstreflexion und Erkenntnis nicht aufweisen, dass sie andere, entgegen den Werten der Toleranz, die sie selbst Marionettenhaft ständig wiederholen, abwerten und zerstören.

 

Zwei Erklärungsansätze

Hier kann es viele Antworten geben, Immanuel Kant ist eine davon. Ich will die Geschehnisse heute aber mit zwei amerikanischen Psychologen, nämlich Stanley Milgram und Solomon Elliot Asch erklären. Zweiterer war der Doktorvater des ersteren.

Bekannt sind sie unter anderem wegen des Konformitäts-Experimentes von Asch und des Milgram-Experimentes von, sie ahnen es, Milgram. Auf die Kritik an diesen Experimenten gehe ich hier nicht ein, es würde den Rahmen sprengen. Ich will hier lediglich Thesen zur Diskussion erstellen – diese müssen nicht in jedem Fall zutreffen, aber wie ich denke in einer Vielzahl.

 

Das Konformitätsexperiment

Im Konformitätsexperiment wurde der Gruppenzwang auf das Verhalten von Menschen bzw. die Neigung etwas Falsches als richtig anzuerkennen, untersucht.

Mehrere Personen saßen an einem Tisch. Dem Probanden, der diesen Raum betrat, wurde mitgeteilt, es handle sich um andere freiwillige Teilnehmer an dem Experiment. Tatsächlich waren aber alle Teilnehmer außer der Versuchsperson Vertraute des Versuchsleiters.

Der Gruppe wurde eine Linie gezeigt. Neben dieser Referenzlinie wurden drei weitere Linien präsentiert und es sollte eingeschätzt werden, welche dieser drei Vergleichslinien gleich lang wie die Referenzlinie war. Bei jeder Runde war eine der Linien signifikant gleich lang wie die Referenzlinie. In der Kontrollgruppe sollten die Vertrauten des Versuchsleiters ihre wahre Einschätzung in der Gruppe aussprechen, welche Linie die gleich lange sei. Die eigentliche Versuchsperson machte in diesem setting kaum Fehler, d.h. unter 1 %.

Dagegen gab es eine Experimentalgruppe mit jeweils 18 Schätzungen. Während sechs dieser Durchgänge waren die heimlichen Vertrauten angewiesen, ein richtiges Urteil abzugeben, um die Glaubwürdigkeit zu untermauern. Bei den anderen zwölf Runden, welche willkürlich unter die sechs richtigen gemischt wurden, waren die Vertrauten instruiert, einstimmig ein falsches Urteil abzugeben.

Die eigentlichen Probanden stimmten diesem falschen Urteil in der Folge bei etwa einem Drittel der Durchgänge trotz offensichtlicher Fehlentscheidung der Mehrheit bei. Nur ein Viertel der Versuchspersonen ist unbeeinflusst geblieben.

Das Originalexperiment wurde später in vielen Varianten wiederholt.

Es kristallisierten sich folgende Ergebnisse heraus:

  • Je größer die Gruppe ist, desto mehr Konformität wird erzeugt.
  • Wird die Einstimmigkeit der heimlichen Vertrauten bei einem falschen Urteil aufgebrochen, da einer von ihnen noch klarer falsch entscheidet, begehen die Probanden signifikant weniger Fehler. Es scheint dann, als würden sie sich trauen, ihre wahre Minderheitenmeinung zu vertreten, da auch andere eine Minderheitenmeinung äußern.
  • Zu einer ähnlichen Senkung der Konformitätsrate führt soziale Unterstützung: Stimmt einer der Vertrauten der Versuchsperson zu, bestehen diese fast immer auf ihrer richtigen Einschätzung.

 

Was ziehe ich aus diesem Experiment als Erkenntnis heraus?

Nun, offensichtlich führt Gruppenzwang dazu, etwas Falsches zu akzeptieren und als wahr zu betiteln. Nicht bei allen Menschen, aber bei vielen, und je intensiver die mediale Bearbeitung über Jahrzehnte erfolgt, desto effizienter könnte dies funktionieren. Denn die mediale Gehirnwäsche täuscht meiner Ansicht nach eine Mehrheit vor, bis diese durch Akzeptanz nach vielen Jahren zur Mehrheit wird. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Beispiele dafür sind die Aussagen „Flüchtlinge bereichern uns wirtschaftlich“ oder „wir sehen das Sicherste Deutschland seit Jahrzehnten“. Diese Aussagen sind für jeden, der sich mit den Fakten beschäftigt, ganz offensichtlich völlig falsch. „Wir müssen bunt sein, Diversität ist Stärke“ schlägt in die gleiche Kerbe.

Sie werden allerdings wie ein Mantra ständig von Politikern und Medien wiederholt. In der Folge trifft man immer wieder Menschen, die dies vehement als Wahrheit vertreten und bei Kritik emotionalisieren, um sich dem Erkenntnisprozess, seit Jahren an Unsinn zu glauben, zu verweigern. Dazu später mehr im zweiten Experiment.

Leute, die offensichtlich faktenbasierte andere Meinungen nach außen hin vertreten, können dieses Gefüge aufbrechen. Sie sind für das vorherrschende Planungssystem lebensbedrohlich und müssen mit allen Mitteln zum Schweigen gebracht werden.

Dementsprechend wird auf youtube und facebook massiv zensiert. Selbst das Vorlesen einer EU-Resolution ohne wirkliche Kommentierung führt zur Löschung.

Das Zeigen der politischen oder unpolitischen Meinung in der Öffentlichkeit wird wie eben gezeigt, ggf. sozial schwer bestraft. Bestrafe einen, erziehe hundert oder so ähnlich.

Medial erfolgreiche Gruppen wie die IB werden als rechtsextrem verunglimpft und durch den Verfassungsschutz als politischem Werkzeug verfolgt. Beispiele sind zahllose Hausdurchsuchungen, obwohl der IB niemals auch nur eine Gewalttat nachgewiesen werden konnte. Die AfD in Niedersachen wird zum Prüffall erklärt.

Chemnitz wurde ein rechtsextremes Narrativ übergestülpt und zwar mit aller Macht. Dazu gehört der Abschuss Maaßens sowie groß inszenierte Konzerte, in denen alle jubeln, wenn man folgenden Text hört: „Ich ramm die Messerklinge in die Journalistenfresse“. Auch ein Grönemeyer, der dazu auffordert, „der Gesellschaft zu diktieren“, fällt in das Schema.

Eine das System aufbrechende Meinung muss unter jedem Umstand erstickt werden, und wenn es bedeutet, dass wieder Menschen irgendwann abgeholt werden. Doch bedeutet dies auch: Sie haben Angst vor uns, denn wir können etwas bewegen. Dessen sollte man sich bewußt sein.

 

Wer sind eigentlich „sie“?

Treibt der einsame Wanderer sich jetzt auf verschwörungstheoretischen Pfaden herum? Freimaurer? Illuminaten?  Oh mein Gott. Noch so einer.

Nein.

Ich habe keine tiefergehende Theorie zu präsentieren. Aber ich erkenne Strukturen. Und wenn es einen Migrationspakt, einen Flüchtlingspakt oder EU-Resolutionen für afrikanische Einwanderer gibt, so existiert offensichtlich mindestens eine politische Zielsetzung, sonst würden solche Papiere nicht geschrieben.

Yasha Mounk sprach in dem berühmten Tagesthemeninterview 2018 davon, dass wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen, und zwar eine monoethnische und monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird, glaube ich, auch klappen, dabei kommt es aber natürlich auch zu vielen Verwerfungen.“

Vielleicht sollten wir ihn fragen, wer „sie“ ist.

Zurück zum Thema.

 

Milgram und der Stromschlag

Das zweite Experiment von Milgram kümmerte sich darum zu erforschen, wie die Bereitschaft durchschnittlicher Personen ist, autoritären Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen.

Wie bei Asch waren hier alle außer dem Probanden eingeweiht. Eine Versuchsperson und ein Vertrauter des Versuchsleiters, der behauptete, auch als Versuchsperson zu fungieren aber ein Schauspieler war, sollten an einem angeblichen Experiment zur Untersuchung des Zusammenhangs von Bestrafung und Lernerfolg teilnehmen.

Ein Versuchsleiter  bestimmte den Schauspieler durch eine fingierte Losziehung zum Schüler, die tatsächliche Versuchsperson zum Lehrer .

Die Verabreichung eines elektrischen Schlags, mit einer Spannung von 45 Volt, hatte das Ziel der Versuchsperson die körperlichen Wirkungen elektrischer Schläge aufzeigen. Zudem wurde das an einen elektrischen Stuhl angelehnte Versuchsinventar vorgeführt, auf dem der Schüler getestet werden sollte. Diese Versuchsanordnung mit der beabsichtigten Assoziation wurde von den Teilnehmern niemals in Frage gestellt.

Nun mußte der Lehrer dem Schüler bei Fehlern in der Zusammensetzung von Wortpaaren einen elektrischen Schlag verabreichen. Die Spannung wurde nach jedem Fehler um 15 Volt gesteigert.

Tatsächlich gab es keine elektrischen Schläge, aber der Schauspieler täuschte nach einem zuvor bestimmten Schema Reaktionen vor, abhängig von der Höhe der Spannung. Bei 150 Volt bat der Schauspieler, von seinem Stuhl losgebunden zu werden, da er die Schmerzen nicht mehr ertragen könnte.

Der dabei sitzende Experimentator insistierte aber, dass der Versuch zum Nutzen der Wissenschaft nicht abgebrochen werden dürfte.

Wenn die Versuchsperson Zweifel äußerte oder gar gehen wollte, forderte der Experimentator in vier standardisierten Sätzen zum Weitermachen auf.

Dabei wurde versichert, dass das Gewebe keinen Schaden nehmen würde und dass die Verantwortung vom Versuchsleiter übernommen würde.

Der Schüler war im Experiment ein normaler Amerikaner irischer Abstammung und spiegelt einen Menschentyp wieder, der mit Fröhlichkeit und Gelassenheit verbunden wurde. So sollte eine Beeinflussung der Handlungsweise durch eine mentale Disposition des Probanden verhindert werden.

Zudem war es essentiell, dass die Versuchspersonen weder von dem Versuchsleiter noch von dem Schüler unbeabsichtigt beeinflusst werden konnten. Der Lehrer konnte selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt er stoppen wollte. Der Versuchsleiter war sachlich, seine Kleidung war in einem unauffälligen Grauton gehalten. Sein Auftreten war bestimmt, aber freundlich.

 

Was passierte

In der Folge ging ein großer Teil der Probanden bis zum maximalen Spannungswert. Sie folgten unter hohen psychologischen Belastungen nicht ihrem Gewissen, sondern der Autorität!

Ein Beobachter schrieb: „Ich beobachtete einen reifen und anfänglich selbstsicher auftretenden Geschäftsmann, der das Labor lächelnd und voller Selbstvertrauen betrat. Innerhalb von 20 Minuten war aus ihm ein zuckendes, stotterndes Wrack geworden, das sich rasch einem Nervenzusammenbruch näherte. Er zupfte dauernd an seinem Ohrläppchen herum und rang die Hände. An einem Punkt schlug er sich mit der Faust gegen die Stirn und murmelte: ‚Oh Gott lass uns aufhören‘. Und doch reagierte er weiterhin auf jedes Wort des Versuchsleiters und gehorchte bis zum Schluss.“

Milgram selbst äußerte sich zum Experiment wie folgt:

„Die rechtlichen und philosophischen Aspekte von Gehorsam sind von enormer Bedeutung, sie sagen aber sehr wenig über das Verhalten der meisten Menschen in konkreten Situationen aus. Ich habe ein einfaches Experiment an der Yale-Universität durchgeführt, um herauszufinden, wie viel Schmerz ein gewöhnlicher Mitbürger einem anderen zufügen würde, einfach weil ihn ein Wissenschaftler dazu aufforderte. Starre Autorität stand gegen die stärksten moralischen Grundsätze der Teilnehmer, andere Menschen nicht zu verletzen, und obwohl den Testpersonen die Schmerzensschreie der Opfer in den Ohren klangen, gewann in der Mehrzahl der Fälle die Autorität. Die extreme Bereitschaft von erwachsenen Menschen, einer Autorität fast beliebig weit zu folgen, ist das Hauptergebnis der Studie, und eine Tatsache, die dringendster Erklärung bedarf.“

Die Deutungen für das Geschehen sind mannigfaltig, für meine Betrachtung ist dies aber sekundär. Das Experiment wurde in vielen Varianten auch andernorts wiederholt.

 

Die Bedeutung von Milgram

Nun, vereinfachend bedeutet dies nach meiner Ansicht Folgendes:

Deine Mitbürger, lieber Leser oder Zuschauer, sind trotz ihrer deutschen Geschichte wahrscheinlich zu großen Teilen bereit, mitzumachen was auch immer verordnet wird. Sie werden die Wahrheit vehement leugnen, wenn die Gewöhnung und Autorität nur hoch und überzeugend genug sind. Und das ist sie in den Medien.

Sie werden umso mehr weitermachen, je mehr kleine Schritte sie in gutem Glauben schon gegangen sind, denn je länger der Weg schon war, desto höher ist der Widerstand, umzukehren, weil die Gewöhnung hoch ist. Und die Erkenntnis unattraktiv, jahrelang an das Falsche geglaubt und Schuld auf sich geladen zu haben.

Und im schlimmsten Fall: Sie werden dich verfolgen, bestrafen, quälen und auch töten, wenn die Zeiten der Diktatur erreicht sind. Ja, dein Nachbar kann dein Feind sein. Er kann dich denunzieren, ans Messer liefern und vieles mehr. Er nimmt dir deine Kinder weg, er isoliert dich gesellschaftlich.

Er wird dich verachten in der Genugtuung und Überzeugung, ein moralisch überlegener Mensch zu sein, und er wird dabei niemals, wirklich niemals, an den Begriff Herrenrasse denken. Er wird dich entmenschlichen. Die IB wurde bereits als Ungeziefer dargestellt. Er wird dies tun, um seine eigenen grausamen Taten rechtfertigen zu können. Das ist der Mensch.

Das ist keine Behauptung: All das hatten wir in der DDR. Und heute hüpft man gegen Nazis. Oder folgt der heiligen Greta auf ihrem Kreuzzug. Schauen sie sich den Film die Welle an und vergleichen sie dies mit Videos der fff-Bewegung. Das Eis der Zivilisation ist dünn. Geschichte wiederholt sich. Das ist meine Wahrheit.

 

Fazit:

Stelle dich deiner Verantwortung für die Demokratie und ja, dein Volk. Wähle weise bei den Wahlen. Sag deine Meinung und vernetzte dich vorher mit anderen, sodass ihr euch gegenseitig beschützen könnt. Aber sei vorsichtig und umsichtig dabei. Schaffe wieder echte Solidarität. Kümmere dich um deine kulturellen Wurzeln und ziehe daraus Weisheit. Lies wenigstens einmal den kategorischen Imperativ. Sei kritisch. Sei mutig.

Stehe aufrecht und wende das Schicksal, sofern du es vermagst.

 

Das Video zum Text findet sich übrigens hier:

 

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