Home / Allgemein / Kraft in der Krise

Kraft in der Krise

image_pdfimage_print

update: jetzt mit Video unten!

Corona hier, Corona da

In den Medien scheint nichts mehr zu existieren außer Corona. Alles andere tritt in den Hintergrund, Angst und Sorge sind allgegenwärtig. Aber auch Skepsis.

Ich persönlich weiß selbst nicht mehr, was ich glauben kann. Zum einen gibt es Daten und Fakten, die Corona übertrieben erscheinen lassen. Andererseits hört man von hunderten Toten in Italien an einem Tag. Gleichzeitig schießt die Propagandamaschine der öffentlichen rechtlichen als auch der Mainstream-Medien aus allen Rohren gegen jeden, der nur den geringsten Zweifel äußert. Und hackt gleichzeitig auf Russland und der AfD herum, als wollten sie die Welt in Brand setzen. Hier geht mir auf beiden Seiten jedes gesunde Maß verloren – die einen nehmen die Lage nicht Ernst, die anderen raffen in Panik alles im Supermarkt, was sie bekommen können.

Und die Omi steht daneben und bekommt nichts mehr, kann sich dafür aber beim WDR anhören, dass ihr Ableben super ist. Wir sind nur ein Fitzelchen vom Zivilisationsriß entfernt, indem sich jeder selbst der nächste ist und dies mit Gewalt etabliert.

Ich persönlich sehe es so: Ich bin nicht sicher, wie die Sachlage sich letztendlich darstellt, also verhalte ich mich wie die meisten Menschen risikoavers. Ich gehe also vom Schlimmsten aus und hoffe das Beste. In der Folge verhalte ich mich entsprechend der Regeln der Bundeskanzlerin und nehme das Risiko auf mich, in die Falle zu tappen. Ohnehin kann ich dem staatlichen Druck nicht ausweichen. Kommt die Ausgangssperre, so ist dies ein gesetzter Zustand, der gilt, egal was ich denke.

Und ja, ich glaube, dass die Ausgangssperre kommt. Ich bin mir sicher. Oder sogar noch Schlimmeres. Denn unser Staat könnte gewillt sein, die Krise zu übertreiben und für die eigene Agenda zu instrumentalisieren.

 

Die positive Kraft führt durch die Krise

Heute sah ich ein Video von Delfinen in einem Hafenbecken in Italien – es berührte mich, und auch wenn die Situation in Italien furchtbar ist, war es doch ein kleiner Moment der Freude. Solcherlei Momente festzuhalten, ist wertvoll: Beim Survival kommt es immer auf den Kopf an, ich glaube, in der Krise ist es genauso.

In all diesem Dunkel will ich heute also auch etwas Positives, ja Aufbauendes beisteuern. Es mag nicht für jeden gelten, oder bei manchen das Gegenteil bedeuten. Aber: Bei allen belastenden Dingen, Leid und Tod, Isolation und der Verzweiflung des Einsamen, ist auch Hoffnung möglich. Der Winter kommt, aber er geht auch wieder und neues Werden keimt. Ich will mich heute nicht mit der bestürzenden Seite der Medaillie, sondern mit der anderen Seite beschäftigen. Möge es euch Stärke schenken.

Was also kann ich der Lage Positives abgewinnen?

 

Isolation als Chance

Zum einen bedeuten Isolation und das Minimieren sozialer persönlicher Kontakte die Möglichkeit einer reinigenden Einsamkeit. Eine Rückbesinnung auf sich selbst. Man kann sich hinsetzen und darüber nachdenken, wo man steht, wo man hinwollte, sich vielleicht neuorientieren. Sein Leben in der Ruhepause bewerten, einer Zeit, in der man gezwungen wird, aus dem Hamsterrad auszusteigen. Etwas, was man vielleicht sonst nie geschafft hätte, weil man immer Teil der Maschine war, aus der man sich selbst nie gelöst hätte. Vielleicht neu lernen, mit sich selbst etwas anzufangen. Sich erden. Der Herzschlag unserer Zivilisation geht nun ruhiger. Nicht für alle, aber für viele.

Zudem können Einsamkeit und Ruhe auch für manche etwas Spirituelles bedeuten. In dieser Zeit, wo wir Kontakte meiden sollen, kann ich hinausgehen in die Natur. Wie lange war ich nicht im Wald spazieren? Oder über die Wiese gewandert? Ich kann in völliger Ruhe durch die Welt streifen und meine Gedanken schweifen lassen, aus dem Lauten der Stadt, und ja ich weiß ich romantisiere gerade, ausbrechen. An nichts denken und sein. Das kann gut tun. Mir neue Gedanken bringen. Letztens telefonierte ich mit jemandem im Ausland. Er berichtete mir, dass er ganz allein stundenlang unterwegs war – und es als besondere Erfahrung empfand. Nur so ein Gedanke.

Auch in der Stadt, in der nun der Großstadtlärm erstirbt und alles etwas langsamer geht, kann ich eine neue Ruhe erleben. Das mag gut für den Geist sein, aber auch für die Gesundheit. Ein Waldspaziergang fördert die Gesundheit. Und verbindet uns übrigens wieder mit unseren Vorfahren, denen der Wald besonders wichtig war.

 

Unsere Vorfahren meisterten die schlimmsten Krisen

Das bringt mich zu einem weiteren Punkt. Es mag komisch klingen, aber ich kann die Verbindung zu den Ahnen suchen. Damit meine ich, mich zu erinnern, wie unser Volk die letzten Jahrhunderte verlebt hat. Durch welche Krisen es ging und wie die Menschen diese damals gemeistert haben. Unsere Vorfahren haben auch in bitterster Not nie aufgegeben und immer dafür gekämpft, ihren Nachfahren eine bessere Welt zu hinterlassen. Dies konnten sie auch deshalb, weil sie um ihre Stärken wußten, die einer deutschen Identität entsprangen. Fleiß, gute Planung statt eines Übermaßes an Spontanität, Vorratshaltung, solidarische Gemeinschaft und Zusammenhalt sind einige Werte, die man hier nennen kann.

Ja, es gab auch Zeiten, wo dies nicht der Fall war, ich weiß. Meine Oma wurde als schlesischer Flüchtling von den anderen Deutschen angespuckt, als sie nach Westdeutschland kam. Als Mitesserkonkurrenz, die auch noch Wohnraum brauchte, war sie nicht willkommen. Welch ein Unterschied zur Behandlung der Flüchtlinge heute. Ich schreibe dies hier, weil ich nicht blind glorifizieren, sondern differenzieren will. Also halten wir uns doch bitte an unsere guten Seiten, nicht die Schlechten.

Suchen wir das Bewußtsein, ein Teil einer langen Kette zu sein, von der Vergangenheit bis in die Zukunft. Uns nicht nur als Individuum zu erkennen, sondern auch als Teil eines Generationen übergreifenden Kollektivs zu verstehen. Vielleicht können wir uns auf unsere Wurzeln, die uns teilweise verloren gegangen sind, dieser Tage etwas zurückbesinnen und daraus neue Kraft schöpfen? Wer weiß?

Was haben unsere Vorfahren schon immer getan, was uns in unserer bunten „Wir kriegen immer alles überall-Gesellschaft“ verloren gegangen ist? Vielleicht ist das hier ein Startschuß, alte Traditionen wieder zu beleben. Wie weckt man ein? Wie kocht man Marmelade? Sollte ich beginnen, wieder Vorräte zu halten und wenn ja welche? Bisher wurden die Prepper immer verlacht. Nun ist auf einmal alles anders.

Ich bemerke dies mit einem traurigen Lächeln.

Wie bestellt man, sofern vorhanden, einen kleinen Gemüsegarten? Welche Kräuter und welches Gemüse sollte ich wählen? Welcher Rhythmus der Jahreszeiten beschert mir wann was zu essen? Wie ist eigentlich das Gefühl, in der Erde zu wühlen und am Ende den Erfolg der Arbeit bei der Ernte zu betrachten? Wer heute kennt denn noch in der Arbeitswelt das befriedigende Gefühl, einen Produktionsprozess bis zum Endprodukt zu durchlaufen? Dies ist etwas, was in vielen Berufen verloren gegangen ist, wie die Betriebspsychologie weiß.

 

Familie wiederentdecken

Zu Hause sein zu müssen, heißt auch, wieder mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Dinge zu tun, für die man sonst nie Zeit hat. Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, werde ich zum Spielen aufgefordert,  bin aber meist zu müde dafür. Familiäre Gemeinsamkeit wieder neu zu entdecken, Dinge zu tun, die man sonst versäumt hat, ist eine große Chance. Sofern das möglich ist. Mancher geht nun wie ich in die finanzielle Existenz bedrohende Kurzarbeit und fragt sich, woher er das Essen für die Familien nehmen soll oder wird sogar arbeitslos, ich weiß. Aber neben all diesem Unbill sollte man sich diesen Blick offen halten und auch in dieser schlimmen Situation das wenige genießen, was sich anbietet, so schwer es ist. Vielleicht erkennen wir bei all dem Gender-Wahnsinn auch wieder den tiefen Wert von Familie.

 

Leerer Konsum

Dies bietet auch die Möglichkeit, manches Blendwerk von echten Dingen zu unterscheiden. Ein nicht kleiner Teil der Gesellschaft lebt in einer Konsum-Blase der Glückseligkeit. Netflix, Gaming und Shoppen sind wesentliche Lebensinhalte geworden, der Rausch des durch Kredite kaum mehr zu bremsenden Konsums scheint unaufhaltsam. Big brother und andere Gladiatorenspiele des Fernsehens kehren die miesesten Charakterzüge zu Tage, verkehren Werte wie Fairness und Solidarität manchmal ins Gegenteil.

Nein ich bin kein Konsumfeind, will niemandem etwas wegnehmen, Gaming ist toll, Fernsehen macht Spaß, Einkaufen kann die berechtigte Belohnung für harte Arbeit sein. Ich kritisiere nur, dass ein Teil der Menschen in einem Übermaß davon aufgegangen ist und das echte Leben scheinbar hinter sich gelassen haben. Konsum als wesentliche Orientierung des Lebens implementiert haben. Wer als Hobby Shoppen angibt, könnte dazugehören. Wer Weihnachten und Ostern  nur an Geschenke denkt, hat, so glaube ich etwas falsch gemacht. Vielleicht können wir uns hier wieder etwas besinnen, was die wahren Werte des Lebens sind, was auch immer diese sein mögen.

Sofern jedenfalls in der Krise nicht alle damit anfangen, vor der Glotze zu hängen. Aber die Chance ist da, mal aus der festgefahrenen Welt auszubrechen. Wann haben sie eigentlich das letzte Mal ein echtes Buch gelesen?

 

Gemeinschaft

Auch Solidarität und ein besserer Umgang miteinander könnten dazu gehören. Bei mir auf der Arbeit wünscht man sich nun vermehrt „bleib gesund“. Eine kleine aber liebevolle Geste, die meist nicht nur dahingesagt ist. Man rückt wieder näher zusammen. Meiner Oma wurde von einer Nachbarin angeboten, sie würde für Sie einkaufen gehen. Krisen können das Böse, die Niedertracht und Rücksichtslosigkeit und den Egoismus hervorkehren, aber eben auch gute Werte. Man sieht sich im Leben immer zweimal, sagt ein Sprichwort.

 

Krisen machen stark

Zudem: Jede Krise ist eine Prüfung für die eigene Widerstandskraft als auch die einer Gesellschaft. Mag sein, es entsteht ein neuer Korridor in die Zukunft. Wie ich bereits in einem früheren Video sagte: Zukunft ist nicht linear. Vielleicht mag ein Pfad der Umkehr aus einer Krise resultieren, ein Lerneffekt für Gesellschaften. Vielleicht wachen gewisse Teile der Bevölkerung aus ihrem Schlummer auf, wer weiß.

Aus einer Krise herauszugehen, kann neues Vertrauen in sich selbst und das Leben bedeuten. Vertrauen auf die eigene Stärke. Ich selbst habe schon  Hartz 4 bekommen. Ich habe mich aus allem herausgearbeitet, mich durchgebissen. Jetzt kommt eine neue Herausforderung. Das wird hart, es wird nicht schön, mag sein es wird furchtbar. Es mag echtes Leid bringen.

Aber ich widerstehe. Ich bin der Fels in der Brandung. Ich vertraue auf meine Stärke und meine Freunde und Familie.

Auf den Staat hingegen vertraue ich nicht.

Und wenn alles nichts nützt dann nutzt einfach die Zeit: Und macht euch mal in Ruhe ein Bier auf.

 

Videolink

https://www.youtube.com/watch?v=gaMMGjFahrI&pbjreload=10

Check Also

Dies ist ein ewiger Artikel 32 – Zuwanderung mit Biss?

  Immer wieder Dies ist ein ewiger Artikel. Er hat eine Nummer. Sein Text wird …

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Follow

Follow this blog

Get every new post delivered right to your inbox.

Email address

Zur Werkzeugleiste springen