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Wir hatten ja nichts

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“WIR HATTEN JA NICHTS”,

erzählte meine Oma oft, wenn sie in Erinnerungen schwelgte.
Der Krieg, die kaputten Häuser, die Kittelschürzen, in denen sie die Steine
abklopften.
Lebensmittelkarten und kleine Tauschgeschäfte.
Sie hatten ja nichts.
Aber sie halfen sich.
Sie liebten die Wurzeln ihrer alten Eichen und ihres Daseins.
Mit dem überlieferten Jahrtausend alten Wissen und der Energie aus
Liebe und Mut bauten sie aus der Not neues Leben.
Und : Sie hatten wirklich nichts.
Und wir?
Wir hatten doch alles.
Wir hatten all das von unseren Großmüttern geerbt.
Die alten Schürzen im Schrank und die wieder aufgebauten Häuser.
Bepflanzte Gärten und reparierte Musikinstrumente.
Ist es nun gerecht all das zu verlieren?
Nimmt uns Gott oder ein Teufel namens CORONA all dies , weil wir es nicht
wertschätzten?
Weil wir unsere Großmütter beschimpften und demütigten?
Wir hatten doch alles.
Leben, Atem, Bäume und Gärten.
Alles hatten wir.
Nur keine Ruhe, keine Dankbarkeit.
Die Freiheit zu denken war verkapselt.
Draußen schreit ein Rabe.
Er schreit eindringlich.
“Sie hatte doch nichts”,
denke ich traurig an meine Oma.
Wir haben alles?
WIR HATTEN ALLES.

M.B.

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