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Bericht zur Demo am Waterlooplatz in Hannover vom 13.06.2020

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Die Demo startete bei grummeligem Himmel welcher Gewitter und Regen versprach, endete später aber doch in bestem Sonnenschein. Mein Blick auf den Platz bestätigte meine Ahnung: Es waren meiner Ansicht nach noch weniger Teilnehmer als bei der letzten Demo anwesend.

 

Blackpilling

Das ist immer eine Motivationsbremse. Wachsen die Zahlen, so hat man das Gefühl, die Veränderung wäre zum Greifen nah, sinken die Zahlen so zweifelt man oft, ob noch etwas zu retten ist. Mit diesem leichten „blackpilling“ startete ich wieder als Ordner auf der Demo.

 

Inzwischen kennt man sich schon zwischen Teilnehmern und Orga, und das ist angenehm. Zudem lächelten mich viele Menschen an als ich über den Platz ging – möglicherweise erinnern sich die Leute an Gesichter oder Umrisse, wenn sie öfter kommen.

 

Ich ließ mir die Stimmung nicht vermiesen, denn die Orga hatte im Vorfeld Veränderungen angekündigt.

 

Veränderungen

Zum einen gab die Orga den Fahrplan für die nächsten Wochen bekannt. Transparenz ist meist gut.

 

Erstens soll demnächst eine Initiative von Kulturschaffenden unterstützt werden. Auch wenn der Sinn und das wie und wo heute nur grob umrissen wurden, gehe ich doch davon aus, dass man mit den eigenen Demoteilnehmern andere Initiativen unterstützen will.

 

Dies steigert bei den entsprechenden Kundgebungen die Zahlenstärke. Das wiederum steigert den „Pullfaktor“: Mehr Leute nehmen den Protest wahr, und oftmals ist das Gefühl, dass viele etwas tun, der entscheidende Impuls, die eigene Angst zu überwinden und auch selbst mitzumachen.

 

Außerdem kann die Orga dort Transparente und Banner mit sich tragen, um sich selbst zu bewerben und Teilnehmer anderer Fraktionen zu sich hinüberzuziehen.

 

Neue Redner braucht das Land

Dann wurden andere Redner angekündigt die mir das Gefühl gaben: Man will besondere Personen mit einer gewissen Prominenz. Das ist einerseits gut, weil gute und starke Redner die ggf. einen gewissen Ruf haben, Menschen anziehen wie das Licht die Motten. Der Nachteil ist, dass es nur wenige Menschen gibt, die so neutral erscheinen, dass sie zur überpolitischen Ausrichtung passen.

 

Ich werfe mal ein paar Namen in den Ring. Ein Ken Jebsen oder ein Heiko Schrang sind theoretisch mit dieser Idee noch vereinbar (auch wenn ich nicht glaube dass sie kommen würden, weil sie selbst genug an anderen Fronten kämpfen).

 

Ein –und ich greife völlig willkürlich irgendwelche Namen auf ohne sie vorschlagen zu wollen – Tim Kellner oder ein Martin Sellner sind politisch schon verbrannt als rechts. Auch wenn sie prominent sind, würden sie nicht zum Konzept passen. Die Orga müßte nun also politisch einigermaßen neutrale Personen für sich gewinnen – aber wer ist schon politisch neutral?

 

Zudem: Die Presse labelt die Demos meist sowieso als „rechts“, weil der frame den meisten Menschen ins Hirn gebrannt ist und zur automatischen Abschaltung des Denkens und der Offenheit zum Zuhören bewirkt. Ein Problem.

 

Praktische Vorschläge

Weiterhin hatte die Orga diesmal das Projekt „Pinnwand“ ins Leben gerufen. Zusammen mit den Teilnehmern wurde der Diskurs gesucht und es wurden Vorschläge für mehr Mut und praktisches Handeln gesammelt. Eine sehr gute Aktion.

 

Walk for freedom

Drittens wurde der „Walk for freedom“ an die Veranstaltung angekoppelt. Dieser ist eine bewegte Kundgebung, die durch Hannover wandert. Ein zweischneidiges Schwert wie ich meine.

 

Vorteilhaft ist, dass die Demo zu den Menschen getragen wird und die Menschen nicht zur Demo kommen müssen. Die Aufmerksamkeit, die generiert wird, dürfte groß sein, da die Demo an vielen Orten vorbei zieht, wo sich viele Menschen aufhalten. Ob beim Einkaufen, Spazieren gehen oder was auch immer. Es mögen Menschen, die zuvor nicht über diese Thematik nachgedacht haben, in Bewegung gesetzt werden.

 

Es ist aber strategisch absolut unklug, diesen „walk“ während der Demo ablaufen zu lassen, weil er der Demo die Mitglieder entzieht und auch die Demo dem „walk“ die Teilnehmer kostet – es spaltet die ohnehin kleine Zahl der Aufgewachten, macht sie klein und weniger fähig, eine Masse Neulinge aufzuwecken und mitzuziehen.

 

Besser wäre es, zusammen mit dem „walk“ z.B. für eine Stunde zu wandern und am Waterlooplatz zu enden. Somit würde man die Menge der Teilnehmer nicht splitten. Die mediale Stärke wäre gegeben, die Kräfte nicht aufgesplittet.

 

Erfreulich ist aber bei aller Kritik, dass die Orga also nach strategischen Optionen sucht, die Mitgliederzahlen zu steigern.

 

Gut waren auch viele der Reden meiner Ansicht nach, und auch der Moderator der Orga fand klare und deutliche Worte. Dies war meiner Ansicht nach eine wichtige Steigerung. Ich erinnere mich an die Reden von Stefan Homburg – zu dieser Klasse muss man zurück. Ich sage dass so leicht aus meinem Elfenbeinturm heraus – aber es stimmt dennoch.

 

Negativ empfand ich übrigens eine Situation: Eine Rednerin griff ihre Vorrednerin  verbal an, weil ihr deren Redebeitrag zu religiös war.  Kein strategisch sonderlich kluges Verhalten – denn Freiheit ist auch immer die Freiheit der anderen. Wenn mir die Rede nicht gefällt, höre ich halt nicht zu. Oder um es frei nach Dieter Nuhr zu sagen: „Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, einfach mal die Fresse halten.“

 

 

Ziviler Ungehorsam

Interessant war noch etwas: Die Teilnehmer auf dem Platz setzten von Anfang an die Masken nicht auf – es hatte auch niemand etwas gesagt dazu. Die Polizei sah sich genötigt, darauf hinzuweisen – nach den Demos am letzten Samstag von black lives matter und Antifa eine bodenlose Frechheit und reine Schikane. Tatsächlich machten die Beamten aber nicht viel Druck, nach kurzer Zeit waren die Masken wieder unten, die Polizei wies nocheinmal darauf hin, die Masken rutschen wieder und irgendwann war der Großteil der Polizei – weg! Am Ende war es eine maskenlose Veranstaltung – so geht ziviler Ungehorsam.

 

Positiv empfand ich die live-Musik – diese gehört für mich zu Protestbewegungen dazu, wie ich in meinem letzten Artikel schon erläuterte. Und sie emotionalisiert positiv, verbindet, schafft Gemeinsamkeit beim Singen. Bedient eines der menschlichen Urprinzipien des sozialen Zusammenhaltes.

 

Die Antifa und co befanden sich übrigens im Urlaub oder sonstwo – nicht ein Störer ließ sich blicken.

 

Fazit

Der Tag brachte viele Denkanstöße mit sich, die man umsetzen bzw. diskutieren sollte. Für jeden Teilnehmer und die Orga muß nun gelten: Jeder bringt einen neuen Teilnehmer mit. Darauf sollte jedesmal mehrfach explizit hingewiesen werden.

 

Zudem sollte sich die Orga falls noch nicht vorhanden mit anderen Orgas vernetzen und Kooperationen suchen, wo möglich. Vielleicht sollten auch 10 oder 12  oder 15 Orgas in Deutschland einen Tag auswählen, wo alle Demos zusammengelegt werden (z.B. alle norddeutschen Orgas) und sich alle Teilnehmer in einer Stadt treffen würden – eine Mammutaufgabe, aber ggf. ein sichtbarer Masseeffekt.

 

Auch das Thema Guerilla Marketing sollte Beachtung finden, um im Alltag andere Menschen mit der Nase auf das Thema zu stoßen.

 

Ich habe insgesamt nicht bereut, vor Ort gewesen zu sein.

 

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One comment

  1. Also ich sehe das komplett anders. Ich habe schon ausführlich auf Ihrem Youtube Video kommentiert. Aber hier noch mal das wesentliche und meiner Meinung nach auch ein Denkfehler (wie gesagt nur meine Meinung) von Ihnen.

    Sie bezeichnen z. B. selbst die Teilnehmer als Aufgewachte. Nein, die meisten sind es nicht. Ihnen geht es nur um Ihre Rechte und nicht um die Grundrechte allgemein. Sobald die Corona Maßnahmen aufgehoben werden, wird für Sie wieder alles ok sein, solange nur die Grundrechte der “Richtigen” eingeschränkt werden.

    Sie reden z. B. oft, dass bestimmte Menschen nicht “strategisch” sinnvoll wären, wenn diese reden. Dem widerspreche ich total. Es ist schon diese Einschränkung, ja nicht negativ rüberkommen. Man passt sich schon vorher an. Eine Demo geht um die gemeinsame Sache und es sollte keinerlei Rolle spielen, ob eine bestimmte Person nicht strategisch sinnvoll erscheint. Wenn jemand nicht käme, weil eine bestimmte Person spricht, dem werfe ich vor, dass es ihm sowieso nicht um die Grundrechte geht, weil dieser schon bestimmte Personen davon ausnehmen möchte.

    Bin etwas verwundert, dass Sie es auch so sehen. Sie sagen Tim Kellner und Martin Sellner wären verbrannt. Wenn man selbst das Narrativ der Medien hinterherrennt, dann braucht man sich auch nicht wundern, dass dieses zementiert wird. Viel besser wäre es z. B. wenn ein Ken Jebsen und ein Martin Sellner gemeinsam auf der Demo reden. Sowas wäre sinnvoll. Nicht hier wieder das rechts Narrativ füttern. Und ich selbst halte Ken Jebsens Meinung für schädlich für unser Land, da er ständig eine Unterwerfung herbeiredet und den Schultkult füttert (links halt), aber dennoch trete ich auch dafür ein, dass er reden darf.

    Das letzte Bild spricht für die Verlogenheit Bände. Auf dem T-Shirt steht Gegen: Rechts, Impfpflicht, Tracking-App. Wer pauschal gegen Rechts ist, ist auch gegen Meinungsfreiheit und Grundrechte. Wenn man ihm fragt, was denn rechts wäre, so würde auch bestimmt eine kuriose falsche Erklärung rauskommen. Was wäre, wenn ich mit einem T-Shirt zur Demo käme gegen links. Würden die das genauso akzeptieren. Das ist so sinnbefreit, als wenn ich zu einer Klima-Demo käme und ein Schild mit “Ich bin gegen Wetter” hielte.

    Auch in anderen Demos sollten Menschen nicht reden, die sich als rechts begreifen. Denen geht es nicht um Grundrechte und man sollte Sie nicht als aufgewacht bezeichnen. Denen geht es nur um ihre, und allein um Ihre Rechte. Und ich finde es nicht gut, wenn Sie das verteidigen, indem Sie das als strategisch sinnvoll erachten, weil sich so nie etwas ändern wird und das kann doch keinem von uns recht sein. Man sollte den pawlowischen Reflex der Menschen, bei dem Wort Rechts an sich bekämpfen. Wie macht man das? Wie kann man das bekämpfen? Ähnlich einer Angst-Störung mit einer Konfrontationstherapie. Erst wenn die rechtesten der Rechten und die linkesten der Linken (im gesetzlichen Rahmen natürlich) zusammen auf einer Demo reden dürfen, ohne dass sich die Teilnehmer deswegen beschweren, erst dann sehe ich eine Hoffnung, vorher allerdings nicht.

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