Ich war in Berlin – Reisebericht und kritische Würdigung

 

Vorwort

Ich habe mir bewußt mit diesem Text Zeit gelassen. Schreibt man im Feuer der Euphorie, fehlt manchmal die Abgeklärtheit für eine differenzierte Betrachtung. Ich werde daher mit emotionalem Abstand heute eine kritische Würdigung wagen.

 

Mein Start in Berlin

Ich startete mein Wochenende in Berlin am Freitag mit dem Einchecken in mein Hotel. Da ich ein entsprechendes Attest habe, trug ich keine Maske. Ich wurde sogleich vom Personal aufgefordert, eine Maske anzulegen. Ich wies freundlich auf mein Attest hin – doch mir wurde gesagt nach Hausrecht müßte ich sie tragen sonst ließe man mich nicht einzuchecken. Ich war müde, es war spät und ich war wenig motiviert mich zu stressen und beugte mich der Gewalt. Und ja, das ist es: Keine Rücksichtnahme und eine Diskriminierung kranker Menschen. Der Angestellte, der mir so das Messer auf die Brust setzte, hätte möglicherweise komisch geschaut, wenn jemand mit Lungenerkrankung bei ihm zusammengebrochen wäre. Sei´s drum.

 

Am Samstag wollte ich mich mit einem Frühstück für den langen Tag stärken. Oh Wunder, ich wurde angehalten eine Maske und Handschuhe am Buffet zu tragen. Um danach ohne alle Schutzmaßnahmen einen Meter entfernt zu essen. Ähnliches passierte mit abends als ich zum Essen einkehrte: Die Bedienungen trugen Maske, die Gäste nicht. Ich könnte mir immer an den Kopf klatschen bei dieser Unlogik weil ich denke: Das muss man doch merken!

 

Auf der Querdenken-Demo

Auf der Demo am Brandenburger Tor wurde ich gleich in eine wahnsinnig positive Aufbruchsstimmung gehüllt. Ich konnte sehen wie viele verschiedene Nationen angereist waren wie Russen, Polen, Holländer, Türken, Araber etc.. Es war eine friedliche und ausgelassene Stimmung. Deutlich waren auf der ganzen Demo viele verschiedene Fraktionen zu sehen. Die Friedensbewegung, Deutschlandfahnen, Q-Anons, Fahnen des deutschen Kaiserreiches, Regenbogenflaggen, christliche Gruppen, Hippies, Motherdrummer und viele andere. Richtig böse Extremisten sah ich nicht (sprich z.B. Islamisten, Antifa und Nazis, dazu aber später mehr bei meiner persönlichen Bewertung der Reichsflaggen).

 

Ich lief vom Brandenburger Tor zur Siegessäule und verweilte in diesem Bereich den Tag über. Dadurch verpasste ich, was unter den Linden beim Aufzug passierte. Soweit mir berichtet wurde, war das Verhalten der Polizei dort aber darauf ausgelegt, Gründe zu schaffen, um diesen Bereich auflösen zu können. Auch die Szenen am Reichstag verpasste ich – auch dazu später mehr.

 

Auf der Demo gab es viele kreative Aktionen  zu sehen: Tattoos, blumengeschmückte Panzer, Musik unter den Bäumen (danke an Uri deeper water), ein Weltreisefahrrad, Friedenstauben, Trommeln, Volkstänze und vieles mehr…

 

Die Reden waren meiner Ansicht nach durchwachsen. Mir persönlich gefiel die Rede des Grünenpolitikers überwiegend, auch die Reden der Sportler waren durch ihre Emotionalität und klare Ehrlichkeit bewegend. Die Rede von Kennedy war natürlich ein absoluter Höhepunkt. Auch Heiko Schrang motivierte wie immer gekonnt.

 

Die Reden der Mediziner waren meiner Ansicht nach dagegen ein Wiederkäuen bekannter Fakten ohne die Fähigkeit, das Publikum allzu stark zu begeistern. Erschreckend fand ich dagegen die linkslastigen Reden, in denen Verstaatlichung in die öffentliche Hand gewünscht oder AfD-Bashing betrieben wurden. Hier wurde scheinbar ein eigene Agenda oben aufgesattelt, also das, was man teilweise den Trägern der „Kaiserreichsflagge“ vorwirft.

 

Kritik

Querdenken ist es gelungen, mehr Menschen als jemals zuvor zu mobilisieren. Zudem ist es gelungen, mit einem Minimalkonsens ganz verschiedene Lager zu mindestens in einer Art Waffenstillstand zusammenzubringen. Die Veranstaltung von Querdenken war in ihrer Gänze friedlich und gewaltfrei. Das hat niemand zuvor geschafft.

 

Die Politik wurde in große Panik versetzt: Daher gab es auch die Bestrebungen, mit aller undemokratischen Gewalt soziale und ökonomische Repression auszuüben und eine Stigmatisierung zu generieren. Ich hatte dies ja bereits in meiner Rede zur kritischen Masse prognostiziert. Es verwundert daher nicht, wenn man nun Artikel über einen Graben am Bundestag liest.

 

Auch wurden neue Themen aufgenommen, wie die Forderung nach einem Friedensvertrag und einer Verfassung. Aus einer Vogelperspektive heraus ist das zum einen positiv zu sehen, da es einen Teil der Ziele des rechtskonservativen Lagers bedient und eine einigende Wirkung entfaltet. Für den Mainstream ist das natürlich verschwörungstheoretisches Gemurkel. Aber das ist ohnehin alles für Politik und Presse, was Querdenken sagt. Auf der anderen Seite muss Querdenken aufpassen, die Bewegung nicht mit zu vielen Zielen auf einmal zu überlasten. Ich hatte dazu bereits in meinem Strategie-Artikel einiges geschrieben.

 

Neue Fragen tauchen auf

Das bringt mich zu einem wichtigen Punkt: In meinem Kopf entstehen nun viele neue Fragen zu Themenfeldern, die mir bisher wenig bekannt sind.

 

Überraschend sind diese Neuforderungen für mich nämlich schon. Das liegt daran, dass ich, der sich mit diesen neuen Thematiken bisher wenig auseinandergesetzt hat, nun damit konfrontiert werde. Zwar ist mir der Artikel 146 des Grundgesetzes bekannt, dennoch bin ich kein Jurist, diese Thematik allumfassend beurteilen zu können. Auch zum Thema Friedensvertrag erinnere mich gelesen zu haben, dass er durch andre Verträge ersetzt wurde, sodass ich garnicht ohne Recherche sagen kann, ob dieses neue Ziel ein Realistisches ist.

 

Aber wie gesagt, ich muss diese Ideen erst prüfen, sonst kann ich nicht urteilen. Das dürfte vielen so gehen. Ich bin aber offen dafür und verschließe mich nicht, neues Gedankengut zu sichten.

 

Querdenken antistaatlich?

Fakt ist aber: Querdenken will den Rücktritt der Bundesregierung erreichen, fordert Neuwahlen und eine neue Verfassung auf Basis des Grundgesetzes (man lese ihre homepage nach). Damit greifen sie eigentlich den Staat selbst an, oder? Ist das Ausrufen einer verfassungsgebenden Versammlung nicht ein totaler Affront gegen die herrschende Klasse? Wahrscheinlich ja.

 

Nicht dass es mir etwas ausmachen würde. Ich will ja schließlich weg von der bisherigen Diktatur hin zur Demokratie, und zwar einer Besseren, als sie es vorher war. Also ohne Repression und Zensur. Mit mehr Demokratie.

 

Sind wir nicht alle ein bißchen Reichsbürger?

Die sicherlich sehr provokante Frage ist für mich: Sind wir damit nicht schon in reichsbürgernähe angelangt? Also Leuten, die den aktuellen Staat anzweifeln und inhaltlich neu errichten wollen? Und den bisherigen ablehnen?

 

Und das meine ich nicht automatisch negativ – ich habe mich auch mit der Reichsbürgerthematik nicht auseinandergesetzt und wage daher nicht, diese Leute zu beurteilen. Nur weil die Presse mir sagt, dass diese Leute böse sind, glaube ich das nicht automatisch. Möglich ist es natürlich trotzdem.

 

Schließlich bin ja auch ich ein Nazi, weil ich zu Querdenkendemos gehe. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

 

Einschub: Das ist übrigens etwas, worüber jeder nachdenken sollte: Bist du Querdenker, dann bist du Nazi oder ähnliches. Was sagt das eigentlich über die Leute aus, die vor uns die ganzen letzten Jahre als Nazi bezeichnet wurden? Da sollte jeder mal drüber nachdenken und seinen moralischen und politischen Kompaß und die Faktenlage überprüfen…

 

Worauf will ich hinaus?

Ich schreibe das deshalb, weil jedesmal wenn die Presse pfeift, die Distanzeritis um sich greift. Und weil eben auf den Querdenkendemos und auch anderswo z.B. die Kaiserreichsflaggen zu sehen waren. Und die werden ja gern in Reichsbürger- und Nazinähe gerückt.

 

Wenn man aber mal  schaut, was die Ziele der schwarzweißroten Fahnenträger sind, dann die eines Friedensvertrages und – O-Ton der berühmten Rastafrau – der Weltfrieden, wenn man der Dame glauben kann, dass sie für alle gesprochen hat. Zudem wollten die dort Anwesenden zu Teilen auch eine vernünftige Verfassung, zu Teilen die Verfassung von 1871 (wobei mich spontan frage, ob diese zeitgemäß wäre). Wie gesagt, soweit ich das sagen kann, sind hier verschiedene Gruppen zu gegen gewesen.

 

Das sind sehr ähnliche Ziele wie die von Querdenken. Man sollte sich also nicht allzu leichtfertig moralisch über diese Leute erheben, sondern genau hinschauen, was das für Leute sind. Oder sich bewußt werden, auf welchem Niveau wir selbst uns gerade bewegen, mindestens für die Presse und Politik! Wir sind Pariah! Staatsfeinde! Macht euch das klar!

 

Ich erlaube mir hier jedenfalls noch kein abschließendes Urteil zu diesen anderen Fraktionen. Aber man sollte schon wissen, wer alles mitläuft. Das betrifft eben auch „links“, wie z.B. Anselm Lenz, der schon im Antifa-T-shirt aufgetreten ist.

 

Also: Man prüfe fair und mit Offenheit, wer die anderen sind. Und fange nicht gleich wieder an, sich zu spalten. Das Volk sind erstmal alle.

 

Daher werde ich in Zukunft genau recherchieren und nachforschen, ob diese anderen Demoteilnehmer  alle einen an der Waffel haben oder nicht. Ich kann mich auf die Information der Presse ja nicht mehr verlassen, wie man jetzt am „Reichtagssturm“ sieht.

 

Ohnehin ist es völlig sinnlos, immer über das Stöckchen der Presse zu springen. Egal was man tut, das Urteil steht ohnehin fest. Und über Schlammschlachten a la Volkslehrer vs. Ballweg freut sich die Presse. Übrigens sehe ich bei beiden schwere Fehler, das nur anbei. Aber die Bewegung ist jung, sie kann noch wachsen und besser werden.

 

Die AfD und andere

Das führt mich zum nächsten Problem: Querdenken tritt als offen für alle Meinungen außer den Extremistischen auf. Als vernetzende Volksbewegung.

 

Nun haben bei Querdenken u.a. bekennende Marxisten und Antifa-t-shirt-Träger gesprochen. Also linksextreme Meinungen vertreten. Inklusive der Forderung nach Verstaatlichung gewisser Bereiche – ich persönlich wollte nicht nochmal in die DDR.

 

Dennoch: Das ist ok, denn meiner Ansicht nach gehört dies zur Meinungsfreiheit.

 

Aber: Dann müssen auch rechte Meinungen gehört werden – alles andere ist unfair. Wenn die Linken zum Volk gehören, dann auch die Rechten, egal ob es unappetitlich erscheint oder nicht.

 

Wenn ich dann von Rednern höre, dass es keine politische Opposition gibt oder die AfD quasi zu Teilen aus Geheimdienstlern besteht und nicht wählbar ist, dann passt mir das – als übrigens Parteilosen – nicht, denn:

 

Erstens verschweigt man bewußt, dass z.B. die AfD klarer Teil der Allianz gegen die wachsende Diktatur ist – und zwar demokratisch legitimiert. Sich bereits vor Monaten mindestens in Teilen wie z.B. bei Peter Böhringer, gegen die Corona-Maßnahmen positioniert hat. Und AfD-Fahnen die Einzigen waren, die ich gesehen habe auf der Demo. Und zwar nicht zu knapp. Auch waren AfD-Politiker vor Ort, die sich deutlich für die Bewegung engagiert haben, auch im Vorfeld. Ich habe dagegen keine SPD-, CDU-, FDP-Linke oder Grüne-Flaggen gesehen.

 

Hiermit verschweigt man einen nicht kleinen Teil der Bewegung, vielleicht, weil man sich dafür schämt? – aber deren Unterstützung und Masse nimmt man gern. Und man läßt solche Leute nicht sprechen. Hand aufs Herz: Ist es fair dass ein bekennender Grünen-Politiker oder ein Marxist sprechen darf, aber kein Politiker der AfD? Haben wir da nicht ein bißchen zuviel framing genossen?

 

Das ist wie das Schmuddelkind: Ist halt da, mag man aber nicht. Ich halte das für nicht zielführend. Für mich ist das ein Ungleichgewicht, eine Ungleichbehandlung.

 

Besser wäre es, hier in den Dialog zu gehen und zu prüfen, ob diese Leute so Nazi sind, wie immer behauptet wird. Die Demos sind die Chance dafür! Es ist ja gerade diese Spaltung die uns schwächt, weil man grundsätzlich nicht mit anderen reden will, weil man eingeredet bekommen hat, diese wären Feinde von Demokratie und Menschlichkeit. Doch wissen wir es wirklich?

 

Zweitens springt man wieder über das Stöckchen der Presse und das mediale framing. Statt die Chance zu ergreifen, den Dialog mit den Leuten zu suchen. Wäre ja immerhin möglich, AfD-Politiker sind gar nicht so böse sind wie die Presse behauptet. Denn jeder sollte sich bewußt sein: Nazi Nazi Nazi ist ein frame den jeder bekommt, der stört. Mal drüber nachdenken.

 

Zudem: Nicht die Medien sind die Zielgruppe. Sondern das Volk. Steht das Volk hinter Querdenken, sind die Medien egal. Natürlich beeinflussen die Medien das Volk. Ja, schwierig. Aber mit Distanzeritis macht Ballweg das, was hundert andere vor ihm getan haben. Und wird scheitern.

 

Dabei ist das völlig sinnlos: Wer Querdenken und deren Zielen folgt, ist ein Pariah, immer! Leute, was Querdenken fordert, ist faktisch den Sturz der Regierung! Macht euch mal bewußt, wofür ihr eintretet! Ihr werdet also immer Nazi sein, egal von wie vielen Leuten ihr euch distanziert!

 

Und diese Kritik würde ich auch für jede andere Partei oder Gruppierung bringen. Und auch jede andere Bewegung. Erstmal den Dialog suchen, danach kann man immer noch sagen: Wir passen nicht zusammen. Dann aber bitte konsequent: Diese Leute müssen dann ausgeladen werden. Wie jetzt beim Volkslehrer passiert. Dann spielt man wenigstens mit offenen Karten. Ob das nun gerechtfertigt war oder nicht, ist in diesem Punkt egal. Aber bitte Klarheit.

 

Querdenken versucht gerade den Spagat von rechts nach links, aber so recht gelingen will es noch nicht. Will Querdenken auf Dauer die Masse der Bevölkerung mitnehmen, so muss Querdenken auch alle ins Boot holen. Und nicht gefühlte 20% außen vor lassen. Wie gesagt: das Volk sind alle. Und weil divide et impera so gut funktioniert, hat dass auch seit Jahrzehnten oder sogar länger keiner geschafft.

 

Was noch essentiell ist

Es bedarf nicht nur klarer Ziele, wo es hingehen soll, sondern auch einer Strategie und Operationalisierung. Hier bleiben für mich noch Fragen offen. Ich habe dies in meinem Strategieartikel schon aufgegriffen.

 

Hier in Kürze: Was passiert, wenn die Medien sich wieder quer stellen und einfach hunderttausende Menschen ignorieren? Was dann? Im Augenblick ist noch niemand zurückgetreten, alle nutzen den angeblichen Reichtagssturm als medialen Ausweg. Die Maßnahmen wurden nicht zurückgenommen.

 

Was ist die langfristige Planung? Denn kurzfristig ist nichts zu bewegen. War die Forderung von Neuwahlen vielleicht etwas kühn? Und selbst wenn – was passiert bei einer Neuwahl? Ich würde sagen „schwarzgrün“ passiert. Und dann? Glaubt hier jemand, dann würde es besser werden?

 

Die Strategie war soweit ich es vernommen habe außerdem: Wir bleiben, bis sich etwas verändert. Das Camp wurde aber geräumt. Gibt es einen Plan B? Gibt es erfüllbare Teilziele?

 

Dann gibt es auch harsche Kritik am Querdenken-Kurs, auch wieder vom Volkslehrer. Und ja, ich gebe ihm in vielem Recht, nicht aber darin, dass die Bewegung gescheitert ist. Die Bewegung existiert erst seit kurzem, dass vergesse man nicht.

 

Unter anderem wird manchmal auch die Frage gestellt, wie sich eigentlich alles finanziert. Vielleicht sollte Querdenken als vertrauensbildendende Maßnahme hier Transparenz schaffen?

 

Gibt es zudem Etappenziele? Irgendwie muß man den Leuten Teilerfolge zeigen, damit sie sehen, dass es voran geht. Sonst werden die Menschen demotiviert. Bisher sind die erreichten Teilziele „wir werden mehr“. Aber reicht das? Schließlich würden unsere Politiker auch weiterregieren, wenn nur noch 10% zur Wahl gingen – die Volksmeinung und die Masse interessiert doch garnicht, hier liegt ja das Problem.

 

Der Reichtagssturm

Marketingtechnisch war diese Aktion an Dummheit kaum zu überbieten. Und sehr naiv, der Rastalocken-Dame bei der vorgetragenen Begründung zu folgen, war es denke ich auch. Den Medien hat man genau das Futter geliefert, welches sie haben wollten, um ihre Repression weiter voran zu treiben. Nun hat Querdenken die Rechnung dafür zu bezahlen.

 

Völlig egal, ob es eine false flag war oder nicht, alle sind wie die Schafe wieder hinterhergelaufen. Und gerade das sollten die Demonstranten, egal von welcher Bewegung sie kamen, besser machen, weil sie ja in Berlin waren, weil sie aufgewachter und besser informiert waren als andere.

 

Ich hätte mich von der Aktion aus taktischen Gründen wegen des immensen Medienschadens auch distanziert. Zumal es ja keine Querdenkendemo war.  Aus der Not heraus.

 

Andererseits: Man nötigt Ballweg, sich von einer Veranstaltung zu distanzieren, die nicht von ihm war. Und da ist es wieder, das Stöckchen der Medien. Er könnte ja auch mal in den Angriff gehen und fordern, die Presse oder die Parteien sollten sich von der Antifa distanzieren. Naja. Oder deutlich sagen: Ich lehne eine Kontaktschuld ab!

 

Nichtsdestotrotz: Es war keine Stürmung. Eine Stürmung ist normalerweise eine gewaltsame Inbesitznahme inklusive Mord, Plünderung und Brandschatzung – also eher so der black lives matter style (blm = burn loot and murder) wenn mir diese Spitzfindigkeit erlaubt sei.

 

Das ist nicht passiert. Die Leute sind die Treppenstufen hinauf gelaufen, sie haben keine Steine oder Molotowcocktails geworfen und keine Scheiben eingeschlagen. Sie haben niemanden angegriffen. Es waren keine Nazis. Eine türkische Flagge wurde hinaufgetragen. Eine amerikanische Flagge. Oben stand ein asiatisches Pärchen, das auf mich wirkte, als wären sie Touristen, die die Tragweite des Geschehens mit einer Freudenfeier der Deutschen verwechselten.

 

Der Reichstag ist das Haus des deutschen Volkes und es hat jedes Recht jederzeit dort zu sein. Es ist nicht das Haus der politischen Kaste. Die Absperrung des Reichstages zeigt nur wie sich die Politiker vom Volk entfernt haben. Die Politiker haben dem Volk zu dienen, doch sie schicken sich an, über es zu herrschen. Und sie haben Angst vor der Revolution der Bevölkerung. Sonst hätten Sie keinen Graben um den Bundestag bestellt. Ich verurteile sie nicht, dort gewesen zu sein.

 

Ich verurteile die Naivität, in die offene Falle gelaufen zu sein. Ich verurteile, in einer Überemotionalisierung den Kopf ausgeschaltet zu haben. Es war nicht der Tag, die Stufen zu ersteigen, wenn man langfristig denkt.

 

Noch eines wird klar: All jene aus der Fraktion derer, die glaubten, wenn man dort Präsenz zeigte würde ein Friedensvertrag vom Himmel fallen, müssen sich jetzt fragen, ob das wirklich so sein kann. Ich will gegen diese Leute auch garnicht schießen, jeder hat seinen Glauben, wie man die Welt besser machen kann.

 

Aber weder ein Ballweg noch die Q-Anons noch die Reichsflaggen können heute sagen: Wir haben das Ziel erreicht. Das ist eine harte Wahrheit. Wird aber dadurch gemildert, dass man langfristig denken muss und eben Strategie benötigt. Vielleicht kann man das alles also nicht zu sofort erwarten. Womit wir wieder am Anfang wären. Wir benötigen einen langen Atem und eine Strategie.

 

Die Polizeigewalt

Die Polizei hat an einigen Stellen unschöne Bilder geliefert – das ist nicht zu leugnen. Auch wenn die Verhaftung eines Anselm Lenz beste Linkenmanier war – viel Schreien wie am Spieß, um tolle Bilder zu produzieren. Fand ich peinlich. Und nein, das hat nichts mit Spaltung zu tun, das war genauso albern wie zu sagen, Nanas Verhaftung wäre Rassismus. Es war totalitär. Aber nicht fremdenfeindlich.

 

Wir haben hier die gefallenen Linken, die jetzt ihre Agenda gegen die herrschenden Linken mit den gleichen Mitteln durchdrücken wollen, wie es sonst immer gegen alle Andersdenkenden durchgezogen wurde und wird. Inklusive der Anmeldung von Spontandemos und einem Riesenanwaltsteam.

 

Na, wie schmeckt die eigene Medizin, establishment?

 

Doch zurück zur Polizei. Hier sollte man differenziert argumentieren. Ja, es  gab Polizeigewalt. Aber wie viele Fälle gemessen an der Zahl der Beamten waren es? Ich vermute wenige.

 

Eine ganz andere Sache ist es, dass die Polizei auf Druck von oben die Teilnehmer drangsalierte, um eine Eskalation zu provozieren. Oder das Camp bei Nacht, als die dominante Medienlandschaft nicht da war, räumte. Still und heimlich, damit es der Schlafmichel nicht merkt.

 

Das trenne ich aber vom einzelnen Beamten. Und wir wissen ja nicht, wieviele Beamte ggf, den Dienst verweigerten oder sich krank meldeten. Es gibt ja Gerüchte, dies wäre passiert. Das läßt hoffen.

 

Fazit:

Querdenken ist jetzt möglicherweise auf dem Zenit. Jetzt kann die Bewegung noch etwas retten, aber sie kann auch schwinden. Es braucht jetzt eine langfristige Strategie, weniger Distanzeritis, internationale Vernetzung und robuste kleine Schritte mit Teilzielen. Ansonsten wird Querdenken vergehen wie alle vor Ihnen, und nur ein kurzer schöner Traum der Freiheit wird bleiben.

 

Doch ist die Bewegung jung – gescheitert ist sie noch nicht – wir alle können daran arbeiten, zusammen mit Querdenken und anderen Gruppierungen das Blatt zu wenden.

 

Das Strategievideo:

https://www.frei3.de/article/7718a11e-e331-4438-857a-9bc9285f5309

 

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