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Corona chronicles V – Seelenspiegel

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Corona Chronicles, das sind Berichte über Alltagserlebnisse und wie sich die Welt und die Menschen in Zeiten von Corona verändert haben. Und was das alles mit dem Herz eines Mannes macht.

 

Ich habe viel beobachtet und nachgedacht in der letzten Zeit. Heute will ich zum einen berichten, warum wir die meisten Menschen nicht erreichen können, egal welche Daten und Fakten wir präsentieren – es hat etwas mit ihrem Innersten zu tun. Zum anderen werde ich schildern, wie sich mein Inneres oder das anderer Menschen in der Coronakrise  verändert hat.

 

Im Zoo

Vor kurzem besuchte ich einen Zoo. Dort traf ich eine Ex-Kollegin, die dort arbeitete – mit Maske. Sie signalisierte mir schnell, dass sie es aus Überzeugung tat, um sich und andere zu schützen. Und berichtete mir, dass sie eigentlich ein Lungenleiden hätte. Ich fragte, ob sie nicht ein Attest hätte. Sie bejahte, sagte aber auch, dass ihr Arbeitgeber trotzdem von ihr verlangte, diese zu tragen. Sie sagte aber „es ginge ganz gut“ und zeigte mir ihre Überzeugung deutlich, dass sie dachte, das Richtige zu tun.

 

Ich war betroffen und traurig – wie sehr doch der Glaube die Menschen bewegen kann, sich selbst zu schaden in der absoluten Überzeugung, das Gute zu tun. Ich war ohne Maske unterwegs.

 

Später sprach sie mich an, andere Gäste hätten sich über mich beschwert, weil ich keine Maske trüge.

 

Herrgottnochmal, es ist normal, keine Maske zu tragen!

 

Meine Frau berichtete mir später auch davon, wie ein älterer Mann sich laut beschwert hätte, sodass meine Frau es hören konnte und auch sollte: “Die tragen keine Maske, da müssen wir jetzt deshalb mehr Abstand nehmen.“

 

Natürlich: Zu feige, die Person direkt und unter vier Augen anzusprechen (könnte ja immerhin sein, man hat einen guten Grund keine Maske zu tragen), aber etwas rumpöbeln und dich vor allen Leuten als Sozialschädling darstellen, das geht ja immer. Das ist so jämmerlich.

 

Ich entgegnete meiner Exkollegin, die ich sehr schätze und mag: „Das ist mir Scheiß egal.“

 

Mein Inneres ist in Aufruhr

Und das bin ich nicht.

 

Denn das war aggressiv und vulgär und ich hoffe, es war nicht verletzend für sie. Aber wie gesagt, das bin eigentlich nicht ich. Aber ich merke, wie sich Wut in mir aufstaut.

 

Zum einen, weil es mich verrückt macht, dass alle Leute nicht selbst recherchieren, alles nur nachplappern und als tumbe Masse einfach nur – glauben.

 

Und sie glauben sogar, sie wären wissend.

 

Und halten dich für einen Spinner, der du Daten und Fakten im Kopf hast. Und hören dir nicht zu – doch dazu später mehr.

 

Ich hasse es, dass die meisten Menschen sich so völlig „unkantisch“ verhalten. Sollten wir nicht aus unserer Geschichte gelernt haben? Sollten wir nicht die Möglichkeiten der Informationsgesellschaft nutzen, um uns unsere eigene Meinung zu bilden?

 

Sollten wir nicht lieber hinterfragen, ob es sinnvoll ist eine Maske zu tragen, statt dies einfach unkritisch hinzunehmen, statt den nächsten fremden Menschen ohne Maske ungefragt anzuschwärzen?

 

Ich schaffe es nicht, mich selbst zu hinterfragen, aber frage bzw. drangsaliere andere? Irre.

 

Die Frage ist rhetorisch – natürlich ist die Antwort ja und nein, natürlich passiert es nicht.

 

Die psychische Anspannung wächst

Zum einen bin ich ständig angespannt, ob wieder jemand unfreundlich herummeckert – ja, meist warte ich nur darauf, dass mir jemand dumm kommt, um ihn mit Argumenten und meiner ganzen Wut literarisch gesehen in den Boden zu stampfen.

 

Und wieder: Auch das bin ich eigentlich nicht. Ich habe mich verändert.

 

Andererseits fühle ich mich ständig wie unter Beobachtung, zum einen, weil es wirklich oft so ist und man die bösen Blicke spürt und zum anderen, weil man übernervös wird und Angst entwickelt, dass es wieder Ärger gibt. Das verspannt mich.

 

Zumal man damit rechnen muss, Attest hin oder her, dass man des Ladens verwiesen wird bzw. ihn nicht betreten darf. Oder jemand dich trotz Attestes gegen deinen Willen zwingt, die Maske zu tragen, wie z.B. auf der Arbeit.

 

Und ich weiß von anderen Menschen, dass dieser psychische Druck sehr belastend ist. Immerhin wird man ständig als Gefahr für andere und als superspreader pauschal abgestempelt. Menschen haben jetzt wieder voreinander Angst. Meiden einander. Haben Angst vor Repressalien und gesellschaftlichem Druck.

 

Isolation

Mehr noch: Ich ertrage es nicht, mit diesen Gefühlen zwischen den Menschen herum zu laufen. Ja, ich ziehe mich mehr und mehr zurück und flüchte in die Isolation. Nach Hause oder in die Natur. Weg von den anderen. Einkaufen oder ähnliches  – da habe ich wenig Lust zu. Das ist Flucht und das Verweigern der Verarbeitung der Situation. Und psychisch nicht gut, vermute ich.

 

Wie vielen geht es so wie mir? Wobei jeder natürlich die Situation anders verarbeitet. Was macht die Situation emotional mit einer ganzen Bevölkerung? Sind es Traumata, die dort entstehen? Vielleicht nicht bei allen, aber zu mindestens sehe ich eine große Chance, dass sich bei unseren Kindern bleibende negative Eindrücke einstellen.

 

Dies ist gerade deshalb so furchtbar, da die Jahre des Heranwachsens die Menschen signifikant prägen. Die Sozialisation wird entscheidend in den Kinder- und Jugendjahren geprägt. Wie wird diese sich wohl ausprägen, wenn man Kindern Angst davor einimpft, dass sie für den Tod ihrer Großeltern verantwortlich sein könnten  oder unsoziale Egoisten seien, wenn sie Nähe oder Berührung wünschen?

 

Kinder können übrigens grausam sein: Als Kind keine Maske zu tragen kann zu einer echten Nervenzerreissprobe in einer Klasse werden. Sehr leicht wird ein Kind zum Pariah und wird entweder angegangen oder isoliert.

 

Macht eure Kinder deshalb stark – sprecht mit Ihnen, erklärt Ihnen was passiert und wappnet sie gegen die Dinge, die kommen.

 

Warum erreichen wir die anderen nicht?

Warum aber laufen Diskussionen mit diesen Menschen immer gleich ab? Meist kommen die üblichen Phrasen: „Denkmal an die ganzen Toten in Bergamo oder die Zelte im Central Park!“ „Unsere Presse berichtet da schon richtig“. „Die Zahlen sind doch ganz klar“.

 

Ganz einfach. Kommunikation.

 

Es existieren verschiedene Kommunikationsmodelle wie z.B. das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun oder die Transaktionsanalyse. Egal welches Modell ich nutze, gemeinsam ist ihnen: Die Gesprächspartner müssen sich für eine erfolgreiche Kommunikation auf harmonierenden Gesprächsebenen bewegen, nicht aber auf inkompatiblen.

 

Doch denken wir an das geleakte Strategiepapier des Innenministeriums: Hier war die Empfehlung, den Menschen massiv Furcht einzuflößen, da die Todeszahlen, da zu gering, keinen genügenden Druck aufbauen würden.

 

Und genau das wurde so umgesetzt: Die zweite Welle beispielsweise war und ist in aller Munde – und auch heute lese ich dies wieder in der Zeitung. Die Bilder aus Bergamo oder New York wurden gezielt in Szene gesetzt. Die Medien berichten jeden Tag mit livetickern über Infizierte. Es wird über Spätschäden spekuliert. Man bekommt das Gefühl Corona kann alles: Organe kaputt. Hirn kaputt. Sperma kaputt.

 

Nun, was passiert mit Menschen, die Furcht empfinden? Sie schalten in den Überlebensmodus, schalten das Reptilienhirn an  wie es so schön heißt, reagieren emotional. Rationalität wird zurückgedrängt. Daher sagt man ja auch: „Angst ist ein schlechter Ratgeber.“ Zumal man weiß, dass Angst die Denkprozesse des Hirns verschlechtert.

 

Und wir kommen jetzt mit unserer rationalen Ebene der Daten und Fakten daher. Doch unsere Gegenseite ist auf der emotionalen Ebene – daher erreichen wir diese Menschen nicht. Wir könnten genausogut mit der Rauhfaser reden. Allenfalls könnten wir sie auf der emotionalen Ebene abholen.

 

Dazu kommt noch der Glaube an die Expertenmacht  der Medien und Politik. „Wenn die das sagen stimmt das schon, das sind doch Ärzte und Experten, hätten sie keine Ahnung wären sie ja nicht in ihrer Position, die wissen das besser als ich und du! Du bist ja nichtmal Mediziner! Du kannst das gar nicht beurteilen.“

 

Es ist die Autoritätshörigkeit und die Bequemlichkeit, die verhindert, selbst zu denken, auf sich zu vertrauen und Verantwortung zu übernehmen, wie Kant das schon vor langer Zeit erfasst hat. Wir sind eben in einem riesigen Milgram-Experiment.

 

Und wir alle sind je nach Alter teilweise über Jahrzehnte indoktriniert worden, ohne dass wir es selbst wahrnehmen. Das kann man immer schön sehen, wenn innerhalb des Widerstandes die Nazikeule gegen die vermeintlich eigenen Leute ausgepackt wird, die man ja sonst, wenn es einen selbst betrifft, verdammt. Die alten Muster sind verinnerlicht.

 

Der Mensch hat sich scheinbar nicht weiterentwickelt. Er verhält sich wie im letzten Jahrhundert in den dunklen Zeiten des Landes, obwohl er die bestmöglichen Chancen hätte, sich unabhängig zu informieren. Massenpsychologie rules. Mit diesen Menschen baust du die nächste Diktatur auf, gar kein Problem. Es ist schwer, den Glauben auf Verbesserung zu bewahren, ich kann das nicht beschönigen.

 

Wie sagte kürzlich jemand: „ Wenn das eine Verordnung ist, mußt du halt mitmachen, sonst bekommst du Ärger, ich verliere meinen Job wenn ich die Maske nicht trage. So schlimm ist das ja nicht mit der Maske.“

 

Positive Aspekte

 

Ich muss mitmachen?

 

Nein. Muss ich gar nicht. Ich bin ein freier Mensch.

 

Diese Zeit kehrt das Schlechte in den Menschen heraus, aber auch das Gute:

 

In diesem Fall sollte die positive Folge sein, sein Rückrat wieder zu entdecken, den Mut aufzubringen laut und deutlich nein zu sagen und aufrecht zu stehen.

 

Und nicht gebückt zu kriechen.

 

Ja das ist schwer, ich weiß es. Und ich weiß, ich pauschalisiere und bin jetzt gemein, aber: Sich sofort und ohne den Versuch des Widerstandes in alles zu fügen, egal wie sinnlos es ist, zeugt von Angst, Feigheit, Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit – aber nicht unbedingt von Charakter.

 

Soll die Lösung sein, alles mitzumachen, was man mir befiehlt? Und jede Diktatur einfach hinzunehmen? Ist kämpfen heute keine Tugend mehr? Bin ich ein Lemming? Oder ein Krieger? Oder doch jemand, der auch eine moralische Verantwortung verspürt?

 

Was können wir tun?

Ich will ehrlich sein, wenn ich auf alles eine Antwort hätte, wäre ich froh. Es ist schwer, eine Antwort zu geben.  Ja, wir haben Achtungserfolge gegen die mainstream –Medien und ja, sie fürchten uns. Ja, wir können immer mehr Leute aufwecken und auf das Erreichen der kritischen Masse hoffen. Die Medien zwingen, immer dreister zu lügen.

 

Auf der anderen Seite sehe ich eine Kommunalwahl in NRW. Die Hälfte geht nicht hin und beteiligt sich nicht an der Demokratie, die andere Hälfte scheint, Verzeihung – zu verblödet, rationale Entscheidungen zu treffen.

 

Gerade die, die das Problem geschaffen und sich danach als Heilsbringer verkauft haben, bekommen die Stimmen. Das wiederum bedeutet: Die Politik hat mit ihrer Verlogenheit vollen Erfolg. Der Lemming ist voll auf Kurs.

 

Hoffnung haben wir – aber an Strategie mangelt es.

 

Wir können als community nur möglichst viele Energien zusammenbringen und strategische Antworten und klare Schritte in den nächsten Wochen kreieren. Wir benötigen thinktanks – wir können nicht immer irgendwie herumdemonstrieren, ohne dass sich etwas bewegt. Wir brauchen auch andere Wege. Kleine konkrete robuste Schritte.

 

Querdenken ist im Augenblick Anführer der Bewegung. Vielleicht sollten sie ihre Position nutzen, Teams für Projekte zu berufen, um diese Aufgaben zu lösen. Und einfach den Status, denn sie jetzt haben, einsetzen. Niemand hat sie dafür legitimiert, aber wer andererseits sollte es sonst tun?

 

Denn:

 

Denkt immer daran

Am Anfang ist es nur eine Maske. Danach wird es etwas anderes sein, bis wir alle Schritt für Schritt daran gewöhnt werden, alles zu tun, was man von uns verlangt, ohne noch irgendetwas zu hinterfragen oder zu kritisieren. Wir laufen ja jetzt schon in Geschäften über Einbahnstraßen, die direkt neben dem „Gegenverkehr“ verlaufen. Oder tragen im Geschäft Maske, obwohl das Personal es nicht tut. Völlig widersinnige Dinge durchzuführen, nehmen wir täglich hin.

 

Mein Zweifel

Wenn ich ehrlich zu mir bin, so müßte ich wahrscheinlich  sagen: Ach, egal, ich mache mir ein schönes Leben, wird schon nicht so schlimm werden. Geld, Urlaub, Auto, das ist was Feines, paßt schon. Bringt eh nichts, die Leute wollen das ja so.

 

Aber –

 

das kann ich nicht.

 

Ich bin ein Wanderer. Solange man mich nicht in Ketten legt  oder mir die Beine bricht, kann ich nicht stehen bleiben.

 

Es ist meine Natur, zu laufen.

 

Hier wandere ich, ich kann nicht anders.

 

 

Die Corona chronicles IV findest du hier

 

Meine Kontaktmöglichkeiten: 

Email: Der-einsame-wanderer@gmx.de

Instagram (einsamerwanderer2019): https://www.instagram.com/einsamerwan

Youtube (Einsamer Wanderer): https://www.youtube.com/channel/UCSW0BNemazkcvAAKSmAFh-Q?view_as=subscriber&pbjreload=101

Frei  3 (Einsamer Wanderer) https://www.frei3.de/pinboard/wanderer

Bitchute: https://www.bitchute.com/channel/h5BQCMigZftw/

 

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