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Ich hoffe, ich habe mich geirrt (jetzt mit Video!)

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Video gibt es hier

 

Ich hoffe, ich habe mich geirrt.

Und ich hoffe, ihr habt Recht.

Es wäre gut, wenn ich mich irren würde. Ich wäre am Boden zerstört, geplagt von Selbstzweifel und Schuld. Dann wäre ich endgültig sozial fragmentiert, geächtet von vielen, wenn auch nicht von allen. Denn es gibt jene, die andere Meinungen tolerieren und Fehler verzeihen. Doch im Großen und Ganzen wäre ich ein Schwurbler oder ein Rechter. Ich wäre ein Verschwörungstheoretiker, ein Querdenker, ein Aluhutträger. Ein Panikmacher, ein Verrückter. Vielleicht sogar eine Gefahr für andere, fast wie ein Terrorist.

Ich hätte euren Respekt endgültig verloren und eure Achtung. Ich hätte eure Freundschaft und Liebe zersplittert, und es wäre egal, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hätte. Scham würde ich Empfinden und nicht mehr wagen, euch in die Augen zu sehen. Ich würde weit weg gehen, und bis an das Ende meiner Tage irgendwo leben, wo mich niemand kennt, der auf mich herabblickt.

Ja, dennoch, ich würde mich gern irren. Denn es wäre ein kleiner Preis, wenn danach alles gut wäre. Wenn Frieden, Freiheit und Wohlstand wieder einziehen würden, wenn alles wie ein böser Spuk vorbei wäre, wenn ihr fröhlich im Biergarten sitzen und lachen würdet über die Geister der Vergangenheit.

Wenn ihr nicht betrogen worden wäret von der Regierung, wenn die Presse euch immer nach bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit erzählt hätte. Wenn niemand sich aufgrund üppiger Bezahlung durch den Staat hätte kaufen lassen, hierbei mitzumachen. Wenn alle Ärzte im Vollbesitz aller Informationen immer nur euer Bestes wollten und sich nicht geirrt hätten. Wenn man tatsächlich gewusst hätte, das alles sicher ist und nichts, aber auch gar nichts passieren würde, dass einen Zweifel aufkommen lässt. Wenn sich alle fair benommen hätten gegenüber jenen mit einer abweichenden Meinung und sie nun in den Arm nehmen würden und sagen würden „ihr habt euch geirrt aber wir verzeihen euch“. Wenn es keine Spaltung der Gesellschaft geben würde in jene die glauben, und jene, die wissen. In jene die herabblicken und in jene, die nicht heraufsehen wollen.

Ich wäre froh, mich geirrt zu haben und euch alle sicher und gesund zu wissen. Wenn die Belastung eurer Kinder unumgänglich gewesen wäre und alle Kinderseelen nun lachen würden und alles vergessen hätten aus dieser Zeit. Wenn man niemanden aus den Gemeinschaften ausgeschlossen hätte aus einem irrationalen oder böswilligen Impuls heraus. Wenn alles vorbei wäre und die Opfer von Depression und psychischen Erkrankungen nun wieder genesen würden und ihre Opferzahl der Freitode so gering wie möglich gewesen wäre.

Dann wüsste ich die Schuld bei mir als einem Einzelnen, einem von nur wenigen, die fehlgeleitet waren. Einer kleinen, verblendeten Minderheit, die nie eine wirkliche Rolle gespielt hat und sich fälschlicherweise für einen demokratischen Widerstand hielten. Und dass es niemals kurz davor war, dass eine Tyrannei Einzug gehalten hätte. Dann hätte nicht die Masse die Schuld auf sich geladen durch Wegschauen, Drangsalieren anderer, Hypermoral, Geschichtsvergessenheit oder dem unerschütterlichen Glauben an die eigene Unfehlbarkeit und moralische Überlegenheit. Dann wäre das alles kein riesiges psychologisches Experiment mit den Massen gewesen und Worte wie Stanford Prison, Milgram und Ash wären obsolet und mit dem Winde verweht. Ihr hättet dann Recht gehabt, und es wäre nicht nötig gewesen, kritisch zu hinterfragen, weil ihr ja Recht hattet und es immer wusstet. Und der Zwang und die Ausgrenzung die Menschen wie ich erfahren haben, ich könnte sie im nach_hinein wenigstens ein bisschen verstehen, weil es zum Wohle aller war.

Ich wäre froh, mich geirrt zu haben. Dieses Opfer würde ich gerne bringen. Wenn ich der Wolf gewesen wäre und ihr nicht die Schafe. Wenn es so gewesen wäre, dass ihr niemals einer Indoktrination und einer Gehirnwäsche, einer langfristigen Manipulation und unvorstellbaren Lügen aufgesessen wäret. Wenn ihr immer wach gewesen wäret und keine tumbe, stumpfe Masse darstellen würdet, die das System der Demokratie nicht verdient hätte, weil sie die Freiheit gar nicht zu würdigen weiß. Wenn es keine schrecklichen Folgen geben würde, wie ich sie in meiner närrischen Panik befürchte.

Wenn ihr die Ankläger, Richter und Vollstrecker gegen mich gewesen wäret, weil ihr im Recht wart und ich nicht und ich es verdient hätte.

Ich hoffe, ihr habt Recht.

Bei Gott, ich hoffe, ich habe mich geirrt.

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