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Lyrik

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Ein Dinggedicht

  Ich bin das Ding das alle Menschen zwingt wohl nur zu reden was ich sage ein Tuscheln nur statt lauter Klage ich bin die Band, die bunte Farben singt   Ich bin der Dieb, der dich beraubt und selbst das Atmen wird nun teuer ich lass aus dem Käfig …

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Notre-Dame

  Notre-Dame   Die Flamme loht zum Firmament Die Glut leckt alle Glieder Und in die Straßen alles rennt Und singet fromme Lieder   Das Feuer immer höher schlägt Der Turm geht alsbald nieder Der Rauch die eine Botschaft trägt Ich hör sie immer wieder:   „Du Notre Dame bist …

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Kriegskind / Schlesiertod

  Seine Kindheit hat der Krieg gefressen Genau wie seine Heimat Hat seine Seele vernarbt Und als er irgendwo Suchend nach einem neuen Platz, ankam Haben sie ihn angespuckt Später haben seine Kinder dann gefragt „Wieso habt ihr das alles zugelassen?“ Es gibt eine Menge grau zwischen schwarz und weiß. …

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Der Dichter und der Phönix

  Zaghaft, zögernd, führe ich den Stift Und traue, wage neu zu glauben Und Träume gleiten tief in meine Schrift: „Das Feuer wird die Asche rauben   Neu wird er aufgehn, steigen, der Sonne gleich an neuem Tag der Tänzer auf dem Feuerreigen mit starker Kraft in jedem Schlag   …

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Lebenszeit

  Des Menschen Leben gleicht den Zeiten Die Jahr um Jahr ins Lande zieh´n Wenn frühe Knospen kraftvoll sich verbreiten Dann gleicht die Kindheit eines Frühlings Blüh´n   Wenn Wärme bringt das ganze Streben Die bunte Blüte und das volle Grün Dann gleicht der Sommer unserem Leben Erstarkt der Schritt, …

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Das ist so

  Alle sagen „das ist so“ Und scheinen glücklich dabei zu sein Vielleicht weil sie sonst erkennen würden Dass sie ihre Träume verloren An genau dem Tage Als jemand zu ihnen sagte „das ist so“   Wanderer, 15.04.2007

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Erkenne die Zeit

  In alter Tiefe glimmt ein Funke still, unscheinbar und fast verdrängt mehr schwaches Licht als wahres Feuer im gestern nahezu versenkt   Doch kommt die Zeit, so muß er wachsen muß lodern, leuchten blitzesschnell zur all‘ verzehrend Flamme werden muß rasen, tosen leuchtend hell   Zerstören was im Wege …

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Die, die aus der Ferne kommen

  Als der Krieg aus war, kam der Soldat nach Hause. Aber er hatte kein Brot. Da sah er einen, der hatte Brot. Den schlug er tot. / Du darfst doch keinen totschlagen, sagte der Richter. / Warum nicht, fragte der Soldat. Wolfgang Borchert (1921-1947)

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Herbstrauschen

Herbstes Hauch rauscht im Walde Und die Blätter leuchten im Holz Drehen sich leise, sinken zur Erde Brennen im Auge in buntestem Stolz   Jeder Tritt birgt ein Rascheln Und ein Wispern und Flüstern dazu Selbst die Bäume raunen vom Sommer Aber trotz allem – ich fühle Ruh´   Wanderer, …

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Gewitterregen

Die Glut des Tages ist verloschen Gewitterregen tränkt das Land Noch schläft die Wärme in der Erde In Wiesen, Feldern und im Sand   Und in der Dämm´rung feuchter Schwüle Hängt Dampf nun über´m heißen Grund Zuviel der Sonne Hitze ruhet noch darinne In dieser Sommerabendstund´   Wanderer, 22.6.2000

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