Der böse Wolf – Emigrare

 

Zwei Wege.

Frost ziert den Wald wie eine glitzernde Hülle, der Mond scheint silbern auf das Weiß. Draußen ist Sturm.

Der Wind heult wie eine kreischende Furie: gRaute es mir doch schon vor langem, wie es ausgehen würde.

Schon so lange tobt es hier um mich herum in ewigen Kreisen, und es wird immer schlimmer, mag alles Dagewesene sprengen. Wird vielleicht alle Rudel auslöschen. Nichts zurücklassen. Bleibt dieser Winter ewig?

Ich könnte in meine Höhle zurückkehren. Doch was dann? Der Sturm mag verschwinden, doch er kann auch bleiben. Vielleicht folgt Fimbul auf den Sonnenuntergang.

Meine Wut und Verzweiflung wachsen. Ich hasse die anderen Wölfe, wie sie sich feige verkriechen statt dem Winter zu trotzen. Ich will hier nicht verrecken – ich warte schon so lange auf die Sonne.

Doch hier wird sie nicht mehr scheinen. Keine Zukunft mehr in diesem alten Wald, dem die Wurzeln verfaulen. Vielleicht kann ich etwas herüberretten in die andere Welt, vielleicht wird der ein oder andere mir folgen. Für ein neues Rudel. Ich will etwas Neues begründen, so sehr es im Herzen auch schmerzt, zu gehen und das Exil zu wählen.

Doch ich bin nicht schwach wie die anderen. Sie haben versagt. Und werden verrecken. Es ist mir gleich, ich habe damit abgeschlossen. Jeder ist sich selbst der Nächste, auch das ist Evolution. Enttäuschung nährt den Boden des Wanderers.

Der Wald da draußen ist dunkel und voller Gefahren. Ich habe Angst, aber größer ist die Furcht zu bleiben. Doch ich muss es wagen. Fort von hier, weit nach DrAußen. Hin zum

Licht.




Der gute Wolf – Escapere

 

Zwei Wege.

Schnee liegt weiß auf dem hellen Wald, der Himmel grimmt grau. Draußen ist Sturm. Es ist kalt. Die Sonne scheint nur schwach durch das Geäst der Bäume. Der Wind draußen schneidet und schmerzt.

Schon so lange geht das Unwetter, und es wird immer schlimmer, hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Wird vielleicht alles hinwegfegen, was wir kennen. Nichts zurücklassen. Bleibt dieser Winter ewig?

Durch das Unwetter schaffe ich es nicht, ich habe es versucht. Immer wieder. Ich bin ja allein. Wenn man zu oft zurückgeworfen wird, gibt man irgendwann auf. Die Pfoten bluten. Ein Splitter im Herzen.

Vielleicht ist da hinten ein besserer Ort, aber der Mut fehlt mir, mein Heim zu verlassen. Ins Unbekannte zu streifen. Ich kann auch nicht gehen, hier bin ich geboren. Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Es ist zu wenig Wut in mir.

Ich erkenne: Ich bin gescheitert. Ich kehre heim in meine heile Höhle. Hier ist es trocken und warm. DrInnen ist die Sehnsucht, aber auch die Sicherheit. Geborgenheit und Erinnerung an die guten Jahre.

Laß den Sturm ziehen, wüten, heulen, hier drinnen will ich ruhen. Träumen vom Sommer und der Wärme eines Sonnenaufgangs – irgendwann.

Meine Höhle will ich putzen, die Vorratskammer füllen, weiches Moos auslegen. Die Wurzel an der Decke betrachten. Mit meinen Nägeln Muster in die Wand malen wie Gemälde. Aufschreiben, was mich bewegt, verharren bis alles vorbei ist um neu zu erblühen.

Nichts mehr sehen und hören vom Sturm. Leise werden und flüstern, damit der Frost mich nicht hören kann. Warten auf die Blumen eines neuen Frühlings. Und dann:

Schlafen.




Der böse Wolf – Verrecken

Er verläßt das Rudel

 

Der Hügel

Mein Fell flattert im Wind, als ich die winterliche Hügelkuppe erreiche. Die Kälte schneidet.

Ich kann sie jetzt wittern. Und ich kann sie auch sehen. Ihre Flinten blitzen, als sie durch den Wald reiten, um auf die Jagd zu gehen. Jagd auf uns. Jagd auf das Rudel.

Die Wölfe auf der anderen Seite des Hügels sind weit gelaufen und müde. Hungrig. Verzweifelt. Seit Jahren laufen sie ihrem Traum nach, der ihnen so viel verspricht. Futter, Ruhe ein sicherer Bau. Junge Welpen. In Frieden leben.

 

Diese Narren.

Wie oft konnten sie die Zeichen sehen, direkt vor ihren Augen? Wie oft konnte man die Feinde wittern?

Wie oft fanden wir tote Körper am Wegesrand? Wie oft kehrten verletzte Wölfe zu uns zurück? Wie viele sind verschwunden?

 

Anfangs war mein Pflichtgefühl als Späher stark, für sie da zu sein. Ihnen zu helfen, Ihnen zu sagen, was ich gesehen habe. Ausgelacht haben sie mich. Fortgejagt. Gebissen. Und trotzdem kehrte ich immer wieder zurück. Versuchte es wieder und wieder, ihnen zu erklären, was die Zukunft bringt.

 

Bis jetzt.

Die Wahrheit ist, sie wollen die Wirklichkeit nicht sehen, weil sie alles, was sie gelernt haben, hinterfragen müßten. Sie selbstständig denken und handeln müßten ohne die Sicherheit des Traumes zu genießen. Ja, das ist mühevoll. Und erfordert den Mut, selbst aktiv zu werden.

 

Feiglinge.

Es ist viel einfacher sich erzählen zu lassen, was richtig ist, statt sich selbst zu bemühen. Verlockend, das gelobte Land vor Augen. Der Nektar der Lüge schmeckt süß. Nein, sie wollen die Wahrheit nicht sehen. Ich erkenne, dass es vergebens ist, sich wieder und wieder eine blutige Schnauze zu holen. Auch wenn sie mein Rudel sind – nicht ich kann sie retten, nur sie sich selbst.

Ich will nicht mit ihnen untergehen. Nicht meine eigenen Welpen opfern. Wohl habe ich meine Pflicht getan. Aber ihre Ignoranz und Selbstverliebtheit sind zu groß, um ihnen zu helfen. Sie wollen alles genauso, wie es passiert.

 

Die Wut brennt

Ja, ich trage Zorn in mir. Ihre Dummheit macht mich krank. Haß steigt in mir empor wie eine brandende Welle. Mehr noch über sie und ihre alles verleugnende Art, als über den Verrat des Alphas. Sie lassen sich so bereitwillig blenden. Aber ich kann den Alpha nicht besiegen.

Doch jeder ist seines Glückes Schmied. Auch sie hätten auf die Hügelkuppe klettern können wie ich. Hätten die Augen öffnen können, die Nase in den Wind halten. Was ich tat, war kein Hexenwerk, jeder von Ihnen konnte diese Entscheidung genauso treffen wie ich. Jeder war frei.

 

Es ist Zeit, mich von ihnen abzuwenden. Ich gehe fort an einen anderen Ort.

Ich lasse sie alle

Verrecken.




Der gute Wolf – Verteidigen

Der Späher wandert einsam

 

Der Hügel

Mein Fell flattert im Wind, als ich die winterliche Hügelkuppe erreiche. Die Kälte schneidet.

Ich kann sie jetzt wittern. Und ich kann sie auch sehen. Ihre Flinten blitzen, als sie durch den Wald reiten, um auf die Jagd zu gehen. Jagd auf uns. Jagd auf das Rudel.

Die Wölfe auf der anderen Seite des Hügels sind weit gelaufen und müde. Hungrig. Verzweifelt. Seit Jahren laufen sie ihrem Traum nach, der ihnen soviel verspricht. Futter, Ruhe ein sicherer Bau. Junge Welpen. In Frieden leben.

 

Die Entscheidung

Wie kann ich sie enttäuschen? Ihnen die Wahrheit berichten? Ihren Traum zerschmettern?

Eigentlich wittern sie die Gefahr auch schon. Auch sie haben die letzten Monate und Jahre tote Wölfe am Wegesrand gefunden, im Gebüsch oder am Wasser. Manche Wölfe kamen verletzt zum Rudel zurück. Berichteten Schlimmes. Manche werden nie wieder sein wie zuvor.

 

Es hat zugenommen.

Eigentlich ahnen sie es alle, manche wissen es sicher. Doch da ist dieser Traum, denn sie nicht verlieren wollen. Das Alphatier hat Ihnen ein neues heiliges Land versprochen, sie klammern sich an diesen Traum, weil er alles ist, was ihnen je erzählt wurde. Und weil der Weg so lang und entbehrungsreich war.

Ich hasse das Alphatier dafür. Es muss doch sehen, was ich sehe. Es ist seine Pflicht, das Rudel auf den richtigen Weg zu führen.

Doch ich allein kann es nicht besiegen. Ich bin nur ein Späher des Rudels.

 

Sie werden mich hassen, wenn ich es erzähle. Vielleicht verstoßen sie mich aus dem Rudel, weil ihre Frustration ein Ventil benötigt. Weil sie nur den Traum für eine Weile retten können, wenn sie den Boten töten. Vielleicht tötet mich der Alpha, um seine Position zu festigen. Widerspruch kann er nicht dulden.

Doch der Traum wird zerbrechen, irgendwann. Die Realität läßt sich nicht leugnen, sie holt dich ein, immer. Blutig, zerstörerisch, endgültig.

Ich muss es ihnen sagen, auch wenn sie mich dafür verachten. Es ist meine Aufgabe, das Rudel zu warnen.

 

Als Späher ist man oft allein. Auch mit sich selbst.

Süß ist die Verführung, zurückzukehren und nichts zu tun. Es wäre so einfach nichts zu berichten von dem was man weiß, vielleicht geht ja alles gut. Sich dem Traum hinzugeben. Immer wieder die Augen zu schließen, bis es vorbei ist. Bis zum nächsten Mal.

 

Doch da nagt auch das Pflichtgefühl unter dem Fell. Die eigene Moral, die mich bindet. Die Gewissheit, niemals wieder am Bach in das Wasser blicken zu können, ohne sich für das, was sich dort spiegelt, zu schämen. Und was ist mit den eigenen Jungen? Und den Welpen der anderen? Sie können noch nichts sehen, sind blind und hilflos. Wer schützt sie?

 

Ich muss meinen Weg gehen, auch wenn mich niemand im Rudel versteht. Muss die anderen Späher finden. Mich mit ihnen beraten. Die Verantwortung teilen.

 

Komme es wie es komme. Das Herz zieht. Ich bin der einsame Wanderer.

Ich muß verteidigen.

 

 

 




Der böse Wolf – Entfremdung

Da sitzen sie alle in der Bahn und blicken auf ihre kleinen Bildschirme. Lesen wie in Trance, tippen lächelnd oder spielen irgendwelche sinnlosen Spiele. Haben Stöpsel in den Ohren. Hören nichts mehr.

Eine Mutter mit Kind tippt, ihr Baby schläft auf ihrem Schoß, und ihr Mann schaut sich Videos an. Kein Blick auf die Schönheit des jungen Lebens auf ihrem Schoß. Kein Wange-Streicheln-und-Lächeln, kein beglücktes stummes Sinnieren beim Anblick des Kindes.

Die Welt ist durch das Internet, die moderne Technologie und Social Media über größte Entfernungen verbunden. Wir haben Kontakt zu den entferntesten Orten der Welt über unsere Freundeslisten.

Doch sitzen wir nebeneinander und sind uns ferner als je zuvor. Kein Wort. Kein Gespräch. Niemand nimmt irgendetwas um sich herum wahr. Ich könnte mir die Hose vom Arsch ziehen und es würde niemand bemerken.

Wir kommunizieren immer mehr, doch haben immer weniger zu sagen.

Wir tippen immer mehr, und können immer weniger schreiben.

Wir haben die wichtigen Dinge völlig aus den Augen verloren. Wir wissen gar nicht mehr, was wir miteinander anfangen sollen ohne das kleine Ding in unserer Hand. Wir wollen, wir können es nicht mehr weglegen, fühlen uns nackt wenn wir ohne aus dem Haus gehen.

Wir sind alle an die Matrix angeschlossen und haben diesen Weg selbst gewählt. Wie Süchtige gieren wir nach den nächsten Nachrichten, den facebookposts über irgendjemanden der seine Scheiß-Katze fotografiert hat.

Wir brauchen keine Buchse im Kopf, keinen Chip im Gewebe, wir tragen das Kabel an uns freiwillig jede verdammte Minute. Während ein Satellit über unseren Köpfen jeden unserer Schritte registriert und notiert. Uns gläsern werden läßt, weil wir es zulassen. Wir schenken uns selbst die Unfreiheit.

Alle nebeneinander allein.

Entfremdung.




Der gute Wolf – Entwicklung

 

Weißt du eigentlich, wieviel Macht du in deinen Händen trägst?

Genau dann, wenn du eine Nachricht schreibst oder im Internet mit dem Handy surfst?

Dein Telefon koppelt dich an den Großteil der Menschheit an. Du kannst dich austauschen, verbinden, organisieren. Du bist nicht mehr allein da draußen. Die virtuelle Welt steht dir offen, um die reale zu verändern.

Keine Regierung kann dich mehr verführen, wenn du es nicht willst. Keine Systempropaganda kann dich mehr blenden, wenn du es nicht zulässt.

Wenn du ganz Kant wirst. Dich informierst. Nachdenkst. Verantwortung übernimmst. Aktiv wirst für die Dinge, an die du glaubst.

Regime zittern vor der Macht in deinen Händen – deshalb zensieren sie dich ja auch. Aber wir sind wie ein Pilz, ein angeschlagener Schirm ist doch nichts im Vergleich zum Geflecht, welches darunter liegt. Unausrottbar bisher.

Nimm dieses Geschenk an und beginne, die Welt zum Positiven zu verändern. Schlafe nicht mehr.

Doch lasse dich mahnen:

Macht verführt. Diese Klinge hat zwei Seiten, sie kann dich auch schneiden.

Verliere nicht das wahre Leben aus den Augen. Die Dinge, die wirklich wichtig sind.

Lege es auch auch einmal zur Seite.

Gehe hinaus, spüre das Leben. Genieße das Licht der Sonne, rieche die Blume am Wegesrand.

Höre auf zu tippen, wenn deine Freunde bei dir sind.

Nimm dein Kind an die Hand, statt die nächste Nachricht einer Bluttat zu lesen, die dich traurig macht. Die kannst du auch später noch lesen. Ein Kind ist nur einmal jung.

Werde nicht abhängig, sondern frei.

Entwicklung.




Der gute Wolf – Hoffnung

 

Heute habe ich wieder die mobilen Gedenktafeln von Martin Sellner an verschiedenen Orten ausgelegt. Sie sind in ihrer Aufmachung einfach und neutral gehalten. Sie werden nicht überschattet vom schlechten Ruf von Parteien oder einer IB. Sie bieten einen Minimalkonsens, auf den sich jeder einlassen kann.

Keine weiteren Opfer – schließt die Grenzen.

Zudem bieten Sie einen Blickfang. Schaut man aus einiger Entfernung auf die Zettel, so sind diese ein „eyecatcher“. Man glaubt im ersten Moment eine Todesanzeige oder eine Suchmeldung zu sehen. Und schaut es sich an. Selbst meine Oma las in kompletter Eigeninitiative einen der Zettel, welche in meinem Auto lagen. Und nahm einige mit.

Ich verteile diese kleinen Aufwecker an Bushaltestellen oder deponiere sie auf Mauern oder an anderen Stellen, an denen viele Menschen vorbeikommen.

Als ich einige dieser Orte kontrollierte, waren alle Zettel fort. Natürlich könnte jemand sie weggeworfen haben, aber warum? Ich gehe also davon aus, sie haben Leser gefunden.

Warum schreibe ich das? Zum einen, weil es eine einfache, unpolitische Maßnahme ist, die jeder unterstützen kann. Jeder von uns kann etwas tun!

Ja, auch du!

Vielleicht können wir alle immer mehr Menschen aufwecken und aktivieren. Ein Lauffeuer starten, ungehindert von einer Zensur im Internet: Ziemlich „oldschool“, aber es funktioniert.

Zum anderen ist es ein großartiges Gefühl. Ich fühle mich jedesmal gut, wenn ich diese Gedenktafeln verteilt habe. Diese positive Emotion, etwas getan zu haben und nicht als Zaungast zuzuschauen, wie die Welt den Bach runter geht, ist antreibend! Vielleicht, ja vielleicht ist es kleiner Anstoß der Veränderung! Für mich bedeutet jeder Zettel:

Hoffnung.

Die Gedenktafeln gibt es hier:




Der böse Wolf – Heuchler

 

Ihr verlogenen Bastarde.

Da habt ihr wirklich die Dreistigkeit „scharf zu kritisieren“, dass ein Abgeordneter der blauen Partei eine Schweigeminute für ein grausam ermordetes Mädchen abgehalten hat.

Sagt, es wäre eine Instrumentalisierung des Opfers und mit der Würde des Bundestages nicht vereinbar. Ein Alleingang, der den Bundestag vereinnahmt hätte. Insistiert, er hätte vorher den Ältestenrat um Erlaubnis bitten müssen.

Verdammte Heuchler!

Glaubt ihr, ich vergesse so leicht?

Ihr habt Schweigeminuten abgehalten für die Opfer der „NSU“.

Im April 2015 hat Claudia Roth höchstpersönlich den Bundestag vereinnahmt, indem sie unangemeldet für ertrunkene „Flüchtlinge“ im Mittelmeer die Abgeordneten aufforderte, aufzustehen und derer zu gedenken.

Ihr predigt Wasser, aber trinkt Wein.

An jeder Ecke instrumentalisiert ihr alles, egal wie pietätlos es ist. Der kleine ertrunkene Junge am Strand in der Türkei in den Medien: Das war für euch doch ein Hochgenuß! „Seht her, ihr alle seid schuldig, nehmt es hin, unsere Politik ist alternativlos.“ Nur böse Menschen widersprechen der Macht der Bilder.

Oder die Bilder von armen Flüchtlingsfamilien, obwohl fast nur junge Männer zu uns kommen. In jeder verschissenen talkshow zieht ihr euch an Einzelfällen hoch, z.B. über Verfehlungen dieses oder jenes ach so bösen Politikers. Eure Politiker- und Pressekumpane dagegen sind sich selbst nicht mal zu Schade, mit Schwimmwesten in ein Schlauchboot zu steigen, um besonders betroffen zu wirken.

Ihr nutzt jede Chance, uns emotional zu manipulieren.

Ihr versucht aus jedem Einzelfall eine gängige Realität zu konstruieren. Wenn wir aber aus vielen Einzelfällen ein Schema zu erkennen glauben, so dürfen wir nach eurem Gusto auf keinen Fall pauschalisieren.

Und als jene besagte böse böse Partei im baden-württembergischen Landtag den offiziellen Weg beschritt und den Antrag für eine Schweigeminute einreichte, wurde dieser abgelehnt! Oder auch die Schweigeminute für Vergwaltigungsopfer.

Warum? Weil über diese „Verwerfungen“ zu berichten nicht in euren großen Plan des Umbaus dieser Gesellschaft passt.

So eine Schweigeminute könnte ja doch noch jemanden aufwecken. Eine Guerilla-Aktion wie diese ist wie ein Krümel Dreck auf eurer Multikulti-Idyll-Motorhaube eures teuren Buntland-Autos.

Und dann habt ihr noch die Chuzbe, von der Würde des Bundestages zu fabulieren. Das ist auf so unglaublich vielen Ebenen unpassend. Es sei nur eine genannt:

Ihr redet von Würde, aber ihr scheißt auf die Würde der Opfer. „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ ist euer Motto.

Den Opfern des Breitscheidplatzes hat Frau Merkel ein Jahr später die Aufwartung gemacht. Für Maria Ladenburger hat es anfangs noch nicht einmal in die offizielle Berichterstattung der Leit-Medien gereicht. Und wenn es nach euch gegangen wäre, dann wäre Köln niemals ans Tageslicht gekommen.

Und die Schweigeminute für Susanna und ihre Würde habt ihr verhindert. Was ist eigentlich mit der Würde der Eltern und Verwandten?

Die Würde der Opfer eurer Politik ist euch vollkommen egal. Es sind notwendige Opfer für euer Utopia.

Ihr alle habt Blut an euren Händen. Und eins habt ihr gewiß nicht:

Das Recht, uns moralisch zu maßregeln.




Der gute Wolf – Versöhnung

Es ist noch nicht zu spät umzukehren. Du hast lange geschlafen und ich weiß, das Erwachen ist ein schmerzhafter Prozess. Und deshalb willst du weiterschlafen. Ich verstehe das.

Doch begreife, dass es dir nichts nützt. Du fühlst doch auch tief in deinem Inneren, wie die Einschläge näherkommen. Du weißt, dass es jederzeit auch dich oder deine Kinder treffen könnte. Hast du denn kein Herz?

Die Betonpoller am Weihnachtsmarkt. Die Polizisten mit Maschinenpistolen. Das Pfefferspray im Drogeriemarkt. Autos, die ständig irgendwo in irgendwen hineinfahren.

Die bösen Rechten im Bundestag, die eine Schweigeminute für ein jüdisches Mädchen abhalten, während alle anderen dagegen sind. Die undemokratische blaue Partei, die als einzige eine Demokratie nach Schweizer Vorbild will, während die guten Demokraten dies ablehnen. Denk nach!

Die Zuwanderer, die laut Medien auf keinen Fall krimineller sind als Einheimische, obwohl Sie aus einer ganz anderen, gewaltaffineren Kultur kommen. Du fragst dich tief in deinem Inneren doch auch, warum du dann in der Presse immer von Südländern und ähnlichem liest und fast nie von Hans oder Peter.

Und die Kriminalität, die um 10 % gesunken ist. Warum hast du dann Angst, abends allein in der U-Bahn zu fahren? Warum kannst du, wenn du wirklich danach suchst jeden Tag von Mias, Susannas und Marias und vielen anderen lesen? Und heute ist es schon wieder passiert. Mehrfach.

Du hast Angst, aufzuwachen. Dich selbst und alles in Frage zu stellen. Du hast Angst vor Strafe von denen, die den Diskurs anführen. Du siehst was sie mit denen machen, die aufstehen.

Doch du musst mutig sein. Stelle die stillen Fragen in deinem Kopf endlich auch deinen Freunden. Hör auf, die bunte Glücksbilderkiste anzumachen und zu glauben, man würde dir die Wahrheit erzählen. Das hat man dort noch nie. Fang an zu lesen und wieder selbst zu denken. Und wenn jemand lügt, dann sag es.

Begreife dich selbst als den ersten Stein in der Kette. Du bist nicht klein und machtlos. Sie wollen nur, dass du das glaubst. Wenn es so wäre, hätte sich die Welt nie geändert.

Es waren immer Einzelne, die den ersten Schritt gingen. Eine Mücke ist klein, und doch lässt sie dich in der Nacht nicht schlafen. Begreife, welche positive Macht dir innewohnt.

Es ist noch nicht zu spät. Wir reichen dir die Hand. Komm in die Mitte derer, die einen klaren Geist erlangt haben.

Schließe dich unserem Rudel an, denn zusammen sind wir viele, und viele können Steine rollen, die für den Einzelnen zu schwer sind. Sich gegenseitig beschützen. Sich Energie geben.

Immanuel Kant sagte einst etwa solche Worte: „Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

Es ist noch nicht zu spät.

Wach auf. Jetzt.




Der böse Wolf – Verachtung

 

Dies ist kein Liebesgedicht. Kein kühler, sachlicher Text wie sonst. Kein versöhnlicher Wolf. Heute würde man das hier hatespeech nennen. Aber was macht es, wer wird es schon lesen, seit man bei facebook zensiert wird, wenn man die falsche Meinung hat?

Wieder ein grausamer Mord, wieder ein Mädchenname. Der wievielte? Ich kann mich nicht erinnern. Man vergisst so schnell. Man stumpft ab. Es wird Alltag. Wieder und wieder.

Früher dachte ich, ihr wacht auf, wenn so etwas passiert. Habe gehofft, dass ihr merkt, dass es schlimmer geworden ist.

Doch alles was ihr tut, ist zu leugnen. Ihr seid eine Filmszene in Monty Phytons.

„Wir gehen nicht unter, wir gehen nicht unter.“

Es ist doch so einfach zu erkennen, alle Daten und Fakten liegen vor. Und die Logik gebietet es, zu verstehen, was passiert. Ihr lebt alle in eurer Netflixblase oder träumt in eurem kleinen Garten und seht nicht, was hinter dem Zaun passiert. Oder nein. Ihr wollt es nicht sehen.

Ich verachte euch, weil ihr ignorant und gleichgültig seid. Weil ihr das Leben eurer Kinder bereitwillig eurer Lethargie opfert. Weil ihr alles eurem Altar der Ideologie darbringt. Eure Götzen sind moralische Überlegenheit und Realitätsverweigerung. Eure Ikonen die Wölfe in einer Herde Schafe.

Ihr widert mich an, weil nach jedem Mord das gleiche Blabla, die gleichen hohlen Phrasen kommen. Wie Papageien plappert ihr alles nach, ohne es geistig zu durchdringen.

Ihr wollt nicht sehen, ihr wollt wegschauen. Ihr seid die Antwort, warum zwei große Diktaturen in Deutschland so stark werden konnten. Eure Eier hängen auf der Wäscheleine.

Und ihr wählt deshalb die Schlächter immer wieder. Ihr seid so tief in der Matrix, dass ihr noch nicht einmal einen Blick auf die rote und die blaue Pille erhaschen könnt. Und das wollt ihr auch nicht.

Ihr würdet alles selbst dann leugnen, wenn der –zensiert- mit der Machete in eurem Wohnzimmer steht. Ihr seid der Igel, der sich auf der Autobahn einrollt.

Eure Führer und Schlachter sind noch nicht einmal bereit, für ein ermordetes Mädchen eine Schweigeminute einzulegen. Doch ihr werdet sie wieder wählen.

Denn es kommt euch nicht darauf an, was „ist“, sondern wer es sagt.

Und ihr seid so gute Menschen, dass die Nazis unter euch nie eine Chance gehabt hätten. Deshalb seid ihr euch auch so sicher, dass man Andersdenkende schneiden, isolieren, bestrafen und zerstören darf. Es ist ja für die gute Sache. Der Zweck heiligt die Mittel.

Und enthusiastisch tanzt ihr in euren bunten Untergang und bejubelt eurer eigenes Vergehen (Und ja, interpretiert die Doppeldeutigkeit dieses Wortes).

Viele von euch werden verrecken. Mein Bedauern schwindet. Ihr wollt ja nicht zuhören. Lebt und sterbt damit. Wir können euch nicht alle retten. Verkriecht euch nur, der Sturm kommt, egal wie sehr ihr eure Ohren zuhaltet und eure Augen schließt.

Ihr seid Deutschlands Totenlied.

Seid euch meiner ganzen Verachtung gewiß.

Heute bringe ich euch meinen ganzen Haß entgegen.

 

Wer immer noch nicht weiß, warum:

 

Oder auch hier: