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Mr. X und die Facebook-Zensur – eine reallife-story aus dem August 2017

Ich habe da einen Freund, der seinen Namen nicht Preis geben möchte. Nennen wir ihn im Folgenden einfach „Mr. X“. Doch worum geht es?

Mr. X berichtete mir jüngst von seinen ersten Versuchen, auf facebook Fuß zu fassen. (Er ist zugegeben technisch eher unbedarft. Ich selbst kann zum Thema facebook auch nicht viel sagen, da ich bisher dort nicht wirklich vertreten bin.) Er befand sich zum Zeitpunkt der ersten Versuche in einer großen Frustrationsphase, was die politische und gesellschaftliche Situation Deutschlands angeht. Diese Frustration trieb ihn dazu, einen facebook-account zu eröffnen, um seinem Frust im Netz Luft zu machen.

Mr. X dachte allerdings nicht daran, seinen echten Namen zu vewenden. Er hatte Angst, vor seiner Tür irgendwann die Antifa vorzufinden oder auf seiner Arbeit zum Chef zitiert zu werden, um seine Kündigung zu erhalten. Denn Mr. X liebäugelte in seinen kritischen Schriften auch immer mit subversiven, staatsschädigenden Gruppierungen wie der AfD, der Identitären Bewegung, Einprozent.de oder Compact Magazin, um nur Einige zu nennen.

Gesagt, getan. Kurz nach der Anmeldung meldete er sich in diversen, kritischen Gruppen an, und postete seine Artikel dort. Nach kurzer Zeit wurde eines seiner postings als spam gemeldet. Mr. X wunderte sich und klickte einfach weiter. Nach kurzer Zeit bekam er von facebook die Meldung, dass ein anderer user ihn gemeldet hätte und der Verdacht bestände, dass er nicht seinen echten Namen verwenden würde. Mr. X empfand seinen Namen gewissernamen als Künstlerbezeichnung und clickte weiter. Verwundert war er, als danach facebook von ihm einen Nachweis seiner Identität in Form eines scans des Personalausweises oder Reisepasses forderte. Damit war account 1 Geschichte.

Die gesperrte Seite war eine „likebare Seite“, es existierte aber noch ein ganz normaler Personenaccount. Mr. X bemerkte in sich eine gewisse Trotzreaktion, und beschloss, auf eine teilbare Seite zu verzichten und einfach alles in seinem verbleibenden account gleichen Namens zu posten. Nach kurzer Zeit passierte auch hier das Gleiche wie zuvor. Account Nummer 2 war Geschichte.

Hm. Mr. X war jetzt fuchsteufelswild. Er gründte einen komplett neuen fake-account (anzumerken ist, dass er jedesmal eine komplett neue email-Adresse verwendete). Mit einer Unterseite, die einen ähnlichen Namen hatte wie die Erste. Und wieder meldete er sich bei diversen Gruppierungen an. Diesmal schrieb ihn eine Admistratorin an und fragte, warum er sich in der Gruppe angemeldet hatte. Freimütig bekannte er Farbe und wurde für tragbar befunden, mit der Anmerkung, sie müßten fragen, weil es in der Gruppe Spitzel gäbe. Mr. X war darüber etwas geschockt. Nicht über den Vorgang an sich, sondern über seine eigentliche Naivität und Unwissenheit.

Leider kam Mr. X nicht mehr dazu etwas zu posten. Etwa nach 30 Minuten wurde das Profil gesperrt, mit der Anweisung eine Mobilfunknummer einzugeben. Auch dazu war Mr. X nicht bereit.

Er grübelte. Schließlich informierte er sich, ob man nicht eine fake-Nummer erstellen konnte. Und tatsächlich – er konnte es. Allerdings zeigten alle seine Pc‘s immer, wenn er die Nummer eingeben wollte „session expired“. Nur über das handy konnte er die Nummer eingeben. Dann war er wieder „drin“ und fühlte ein Triumphgefühl in such aufsteigen. Er hatte die Krake überlistet!

Dummerweise wurde dann der account gesperrt und facebook verlangte ein Foto. Leider hatte er das fake-Foto der account-Erstellung nicht mehr… Er nahm ein anderes, wohl ahnend, dass hier sowieso nichts mehr zu machen war. Facebook schrieb ihm, sie würden sich nach Prüfung des Bildes melden. Dies passierte nie, es war nur die Meldung zu lesen, der account wäre gesperrt. Account Nummer 3 und 4 gesellten sich zu den anderen.

Mr. X war jetzt sichtlich emotionalisiert. Oder anders gesagt, er spürte den ehiligen Zorn in sich aufsteigen. Er erschuf also eine neue email, einen einen neuen account und ein neues Profilbild. Nach kurzer Zeit wurde er wieder gesperrt mit der Bitte um eine Mobilfunknummer. Leider funktionierte diesmal die Nummereingabe gar nicht mehr, weder über das handy noch über die 4 PC‘s, die er sein Eigen nannte. Entweder wurde „session expired“ angegeben, oder die fake-Telefonnummer nicht anerkannt. Inzwischen hatte er auch herausgefunden, dass facebook per cookies, IP-Speicherung und (wie ihm der Spaßeshalber verwendete Tor-Browser meldete) die Speicherung der Bildschirmdaten immer wußte, wenn er wieder versuchte, bei Facebook Fuß zu fassen. Er hatte sich auch schon nach anderen Portalen umgesehen, doch als er bei VK auf der Startseite eine Telefonnummer eingeben sollte und auch einen „Wechsle doch zu facebook-Button“ sah, fühlte er sich vom Leben und dem Netz verhöhnt.

Seitdem hat Mr. X aufgegeben. Ich insistierte, er solle doch einmal nachfragen, ob er nicht über das Löschen von cookies tec. eventuell etwas erreichen könne – doch Mrx. X ist in diesen Dingen etwas unbedarft. Er überlegt noch.

Daher ergeht heute mein Aufruf an alle dort draußen: Wer kann Mr. X helfen und ihm sagen, was er tun muß, um facebook ein Schnippchen zu schlagen? Über Kommentare freue ich mich sehr und werde diese weiterleiten.

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2 comments

  1. Ich würde anstatt des Tor-Browsers einen IP-Changer nutzen, mir im Vorwege eine Passkopie im Netz suchen von jemanden und dessen Namen als Nutzer angeben. Eine neue Prepaid-Karte ist mir FB aber nicht wert, denn ich bin auch mit 3 Identitäten bei FB gesperrt.

    Zuletzt mit der Begründung, ich schriebe zu viel ( Ich nutze Textbausteine per „Phrase-Express“ und habe oft Merkel-, Schulz-. Abdel-Samad-Zitate gepostet.)

    Bin froh, dort weg zu sein. Habe noch nie soviel ungebildete Schreiberlinge erlebt wie auf FB. Ein asoziales Netzwerk.

  2. Cookies und vor allem auch die Langzeittracking Cookies mit jeder Schliessung des Browsers automatisch loeschen lassen hilft, jedesmal mit einem jungfreulichen Browser zu starten.

    Foto kann man ja Fake nehmen, Telefonnummer gibt es Webseiten wo man sich die Pin schicken kann oder man holt sich eine Anon Karte. Alles keine Zauberei.

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