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Corona Chronicles II – Ansichten eines Gentlemans

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Corona Chronicles, das sind Berichte über Alltagserlebnisse und wie sich die Welt und die Menschen in Zeiten von Corona verändert haben. Und was das alles mit dem Herz eines Mannes macht.

 

In der Apotheke…

Vor einiger Zeit mußte ich dringend nocheinmal in die Apotheke. Es darf nur noch ein Kunde auf einmal die Apotheke betreten, naja geschenkt. Ich kaufte schnell ein und verließ die Apotheke, aber nicht, ohne der nächsten Kundin die Tür aufzuhalten. Ein freundliches Lächeln, was man natürlich unter der Maske nicht sehen konnte und ein „Bitteschön“ als Ergänzung erschienen mir als Teilzeit-Gentleman angemessen.

 

Doch die Kundin sagte nein und signalisierte mir, sie wolle nicht durch die Tür gehen, die ich aufhielt. Erst als ich die Tür zufallen ließ und mich entfernte betrat sie den Laden. Hm.

 

Wer nun denkt dies sei ein Einzelfall irrt. Das Gleiche erlebte ich mit einer Kollegin. Diese zeichnet sich dadurch aus, den ganzen Tag überall eine Maske zu tragen. Auch ihr hielt ich die Tür auf – sie verneinte und sagte „dann unterschreiten wir den Mindestabstand“. Es ist die gleiche Kollegin, die anderen Menschen auch immer ausweicht, als hätten alle Personen sich gegenseitig abstoßende Magnete im Körper.

 

Der Gentleman von heute…

Merke: Der Gentleman dieser Tage muss sich auch mal umstellen können. Ein freundliches „Gern geschehen“ während man vor der Nase der Kundin die Tür zufallen läßt, könnte sich als „new normal“, je nach Frau, etablieren. Das  Schwierige ist nur, zu erkennen, wie die Frau tickt. Also eigentlich alles wie immer.

 

Dass mich die ganze Corona-Geschichte etwas emotionalisiert, hatte ich ja bereits erwähnt. Inzwischen weiß ich, wo ich mir ein Attest gegen den Maskenzwang holen werde, sobald ich neben der Arbeit die Zeit finde, zum Arzt zu fahren. Das erfordert gute Gründe, z.B. eine psychische Erkrankung.

 

Aber ich gehe ja auch zu Grundrechtsdemos und bin deshalb ein „Spinner“ und auch ein wirrer Verschwörungstheoretiker, weil ich der doch recht verrückten Meinung bin, man würde unsere Grundrechte ungerechtfertigter Weise einschränken. Es sollte also nicht zu schwer sein.

 

In der Drogerie

Nun, nach meiner Diskussion im DM (siehe Corona Chronicles I) gehe ich immer öfter ohne Maske einkaufen. (Das soll nicht zur Nachahmung empfohlen werden, denn es kostet laut Zeitung ein Bußgeld von 20 €. Es sei denn, Sie haben zuviel Geld. Dann können Sie aber auch zu mir kommen, mir fällt bestimmt etwas ein, um dieses Problem zu beheben.)

 

Wenn ich einen Markt betrete, schaue ich immer ersteinmal, ob die Verkäufer eine Maske tragen. Wenn nicht, stähle ich mich geistig mit guten Argumenten und freue mich auf angeregte Diskussionen.

 

Zombie Apokalypse

Zudem das Verhalten der Masse der Menschen dafür spricht, denn: Die meisten Personen, denen ich begegne, kommen mir wie Zombies vor.

 

Sie gehen einkaufen mit der Maske, betreten dann aber ohne Maske die Bank, sie quetschen sich mit dem Einkaufswagen an anderen direkt vorbei oder tragen die Maske so, dass die Nase frei bleibt. Sie fragen sich auch nicht, wozu eine Scheibe an einer Stelle der Kasse aufgebaut ist, aber direkt neben dem Verkäufer keine, wenn sie Waren vom Band nehmen.

 

Sie stellen auch nicht die Frage, ob z.B. mit „einer Grippe infiziert“ das Gleiche ist wie „mit Fieber krank im Bett liegen“. Für sie ist mit Corona infiziert das Gleiche wie „fast tot“ und „eine Gefahr für alle anderen“.

 

Selber denken? Ach ih wo!

Sie stellen keine Fragen, und wenn sie stöhnend mit leerem Blick morgen durch die Gänge eines Rewe oder Edekas fahren würden, es würde mich nicht wundern. Und wenn man Ihnen morgen sagen würde, sie müßten eine tote Krähe um den Hals tragen, sie würden es tun.

 

Das ist Kadavergehorsam.

 

Diese innere Einkehr auf das blinde Befolgen von Befehlen und diese totale Betäubtheit wollte ich mir auch diesmal zu Nutze machen.

 

Wie weit kann ich gehen?

Ich ging also wie selbstverständlich ohne Maske in einen Einkaufsmarkt hinein, in der festen Überzeugung, niemand würde mich ansprechen, weil die Menschen ja nichts hinterfragen heutzutage. Zumal ich mindestens eine Verkäuferin ohne Maske sah, die im Laden arbeitete.

 

Aber ich muss auch zugeben, sonst trug jeder in stoischer Folgsamkeit einen Gesichtsvorhang. Es gab niemanden, der keine Maske trug oder einen Widerstandsspruch auf der Maske aufgetragen hatte, wie ich es immer empfehle. Auch T-Shirts mit entsprechenden Aufschriften waren nicht zu sehen.

 

Dagegen sah ich coole Männer mit Brusthaar und Totenkopfmaske. Ganz böse und mit der Frauen anziehenden Aura von „Gefahr“ umgeben.

 

Wenn ich ein kleines gallisches Dorf war, so war das hier Rom.

 

Der Beobachter

Tatsächlich stellte niemand Fragen, nur ein mittelalter Mann taxierte mich. Und auch meine Frau. Irgendwann als ich allein unterwegs war sprach er mich an ob es einen Grund gäbe dass ich keine Maske trüge. Ich reagierte wie ein aufgescheuchtes Huhn und wollte aus seiner Reichweite herausfahren – er hatte mich kalt erwischt ich war völlig überrascht – ich hatte nicht mehr daran geglaubt dass hier jemand sprechen könnte und für einen Moment war meine Souveränität wie weggeblasen.

 

Dann sammelte ich mich und antwortete, „ich würde mich diesem Schwachsinn verweigern“ und bog ab. Das wars.

 

Später traf ich meine Frau wieder. Sie trug Ihren Gesichtsschal, ist in dieser Hinsicht sonst aber viel dreister als ich, so dass ich mich wunderte. Sie erzählte mir dass sie von einer Verkäuferin angesprochen wurde und vermutete, der gleiche Mann der mich beobachtet hatte, hätte Sie angeschwärzt, weil er auch sie beobachtet hatte. Genau wissen kann mans natürlich nicht.

 

Nun, aber da war er also wahrscheinlich wieder: Der Denunziant, der Blockwart, der Aufpasser. Der dafür sorgt, dass niemand aus der Reihe tanzt und daraus seine Befriedigung zieht. Denn seine Frage an mich war keine neugierige, eher eine anklagende.

 

Auf der einen Seite verspürte ich Wut.

 

Reflexion

Auf der anderen Seite verstehe ich: Für die meisten Menschen, abzüglich derer, welche die Maske tragen weil sie Angst vor Repression haben, bin ich der Bösewicht. Ich bin ein verantwortungsloser Egoist, der alle anderen gefährdet, quasi ein potenzieller spreader, wie man so schön neudeutsch sagt. In anderen Zeiten wurden solche Leute gesteinigt. Gut, kommt vielleicht noch. In anderen Ländern gab es ja schon Handgreiflichkeiten in diesem Kontext.

 

Es ist schwer, bei einer solchen tumben Folgemasse noch Hoffnung auf ein Erwachen zu haben. Ich versuche es weiter und erwarte nichts.

 

Aber solange bleibe ich das kleine gallische Dorf – hier stehe ich, ich kann nicht anders.

 

Die Corona chronicles 1 findest du hier

 

Etwas über die Zombies des Alltags:

 

Warum so viele Menschen blind folgen:

 

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